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Von Party zu Party gebracht

Die mehrfache Vergewaltigung einer wehrlosen und teils bewusstlosen 16-Jährigen im Sommer 2012 hat weit über die Grenzen von Steubenville im US-Bundesstaat Ohio für Empörung gesorgt. Zunächst versuchte die Stadt den Fall zu vertuschen, erst eine Bloggerin und Aktivisten machten international auf den Fall aufmerksam.

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Die Taten fanden bereits im August des Vorjahrs in der Kleinstadt Steubenville statt. Das Mädchen wurde, so die Medienberichte, zwischen mehreren Partys hin und her gefahren und war teilweise nach Alkoholkonsum bewusstlos. Mehrfach wurde sie missbraucht, und das vor etlichen Zeugen. Die meisten von ihnen gehörten dem Footballteam der Highschool an, dem ganzen Stolz der 17.000-Einwohner-Stadt. Erst ein paar Tage später meldete sich die junge Frau mit ihren Eltern bei der Polizei.

Bloggerin deckte Verbrechen auf

Die aus dem Ort stammende Bloggerin Alexandria Goddard war die Erste, die auf den Fall öffentlich aufmerksam machte. Goddard beklagte, dass alle anderen Mitwisser und auch Zeugen, die die Vergewaltigung filmten, fotografierten und anschließend online verbreiteten, zum damaligen Zeitpunkt davonkommen sollten.

Goddard erhielt daraufhin Drohungen aus dem Ort, weil sie den Ruf der Stadt ruiniere. Auch Klagen wurden ihr angedroht, vor allem als der Fall immer weitere Kreise zog: Hacker von Anonymous und andere Aktivisten in Sozialen Netzwerken veröffentlichten Namen von Beteiligten, indem sie sich in die Website des Footballteams hackten. Auch posteten sie belastende Videos und Bilder von dem Verbechen, die andere Jugendliche gemacht und online gestellt hatten.

Opfer an Händen und Füßen gehalten

Auf einem der Bilder ist zu sehen, wie das Mädchen regungslos von zwei Burschen an Armen und Beinen gehalten wird. Für weiteres Aufsehen sorgte ein Video, in dem ein Jugendlicher während der Party geschmacklose Scherze über die Vergewaltigung macht. Er spekuliert sogar darüber, dass das Mädchen sterben könnte. Im Hintergrund sind weitere junge Männer zu sehen. Nur einer merkt kurz an, dass die Sache vielleicht alles andere als lustig sei.

Nachdem die Vergewaltigung publik geworden war, dauerte es Monate, bis die zwei jugendlichen Hauptangeklagten verurteilt wurden. Erst im März dieses Jahres stand fest, dass der eine 17-Jährige für mindestens zwei Jahre in Jugendhaft muss. Die Strafe kann maximal bis zum 24. Geburtstag des Schülers verlängert werden. Der zweite Footballer, der das Mädchen vergewaltigt hatte, musste für mindestens ein Jahr und maximal bis zu seinem 21. Geburtstag in Jugendhaft.

„Mein Leben ist vorbei“

Nach der Urteilsverkündung brachen die beiden Jugendlichen im Gericht zusammen, „Mein Leben ist vorbei“, sagte einer der beiden Verurteilten weinend. Zuvor hatten sie die Vorwürfe, das 16-Jährige Mädchen vergewaltigt zu haben, bestritten. Ihre Verteidiger sprachen von einvernehmlichem Sex mit dem Mädchen. Sie habe sich ja nicht gewehrt und sei gar nicht „so betrunken“ gewesen.

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