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Sheriff bestätigte Vergewaltigung

Ein kürzlich veröffentlichter Zeitungsartikel über die Vergewaltigung zweier Mädchen im US-Bundesstaat Missouri Anfang 2012 hat die Wogen in der Kleinstadt Maryville erneut hochgehen lassen. Die Anklage wurde damals fallengelassen, weil die „Opfer nicht mit der Polizei kooperierten“, so der Staatsanwalt. Die Familie eines der Opfer dementiert die Vorwürfe.

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Anfang 2012 wurden zwei Mädchen im Alter von 13 und 14 Jahren im Keller eines 17-jährigen Footballspielers von zwei Burschen vergewaltigt. Ein Dritter filmte den Missbrauch, das Video kursierte in der Schule, konnte später aber nicht gefunden werden. Nach der Vergewaltigung brachten die drei Burschen die Mädchen zum Haus der älteren der beiden. Die 14-Jährige schaffte es aber nicht mehr hinein. Ihre Mutter fand ihre Tochter am nächsten Tag ohne Jacke und Schuhe völlig desorientiert und unterkühlt vor dem Haus liegen.

Verdacht der Vergewaltigung

Während ihre Tochter weinend duschte, kam der Mutter der Verdacht des sexuellen Missbrauchs. Sie brachte beide Mädchen ins Spital, wo im Blut der 14-Jährigen ein erhöhter Alkoholwert festgestellt wurde. Die drei jugendlichen Männer wurden daraufhin angezeigt. Sheriff Darren White sagte in einem Radiointerview, dass es zu einem „schrecklichen Verbrechen“ gekommen sei, und verlangte öffentlich nach einer Bestrafung der drei jungen Männer.

Anklage wurde fallengelassen

Jedoch kam es nie so weit. Der 17-jährige Footballspieler sagte aus, der Sex zwischen ihm und der 14-Jährigen sei einvernehmlich gewesen, zudem sei das angebliche Opfer nicht bewusstlos, sondern höchstens angetrunken gewesen. Dass die mutmaßlichen Täter Söhne angesehener Lokalgrößen sind und die Anklage deshalb aus Mangel an Beweisen fallengelassen worden sei, verneinte der öffentliche Ankläger.

Am Dienstag ließ er in einer Stellungnahme verlauten, dass solche „persönlichen Angriffe gegen ihn böswillig und falsch sind“. Ohne die Familie der 14-Jährigen direkt anzusprechen, machte er sie für das Ende der Ermittlungen verantwortlich und wiederholte, was er schon früher gesagt hatte: „Die Zeugen weigerten sich zu kooperieren.“ Sie sollen von ihrem Recht Gebrauch gemacht haben, die Aussage zu verweigern. Auch der Sheriff schlug in dieselbe Kerbe und sprach von Sabotage der Ermittlungen seitens der Opferfamilie - Vorwürfe, die die Familie stets von sich wies.

Einwohner mobbten Familie

Nach der Einstellung des Verfahrens wurde die Familie des älteren Opfers gemobbt. Schüler der Highschool verspotteten das 14-jährige Mädchen und seine drei Brüder. Der Mutter wurde gekündigt. Die Familie zog daraufhin weg, kurze Zeit später stand ihr ehemaliges Haus in Maryville in Flammen. Die Ursache ist zwar unklar, die Familie vermutet jedoch Brandstiftung. Das Opfer hat mittlerweile zwei Selbstmordversuche hinter sich.

Anonymous macht sich für Opfer stark

Nach dem Erscheinen einer neuen, ausführlichen Recherche im „Kansas City Star“ machten die Hackergruppe Anonymous und diverse andere Aktivisten in Sozialen Netzwerken auf den Fall aufmerksam. Anonymous beschuldigt die 12.000-Einwohner-Gemeinde, die Täter zu schützen. Laut dem britischen „Guardian“ will sich die Gruppe für die Mädchen einsetzen, sollte die Polizei es nicht tun.

Nach der jüngsten Kritik an dem Fall ersuchte der Staatsanwalt das Gericht um Einsetzung eines besonderen öffentlichen Anklägers, um den Fall neu zu untersuchen. Das berichtete das Magazin Atlantic Wire am Donnerstag.

Parallelen zu Fall in Steubenville

Der Vergewaltigungsfall ruft Erinnerungen an einen Fall in der US-Kleinstadt Steubenville auf: Eine wehrlose und teils bewusstlose 16-Jährige wurde auf Partys mehrmals von Gleichaltrigen missbraucht, etliche Zeugen schossen Fotos und Videos oder kommentierten die Handlungen auf Twitter.

Erst eine Welle der Empörung in Sozialen Netzwerken untertstützt von Anonymous und eine breite Medienberichterstattung Monate später brachen das Vertuschen der Stadt, in der die Vorfälle passiert waren. Die beiden Vergewaltiger und Footballstars der ansässigen Highschool wurden daraufhin zu Jugendhaftstrafen verurteilt.

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