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Die Biene und ihre vielen Freunde

Die Werbung hat in Österreich ein neues Lieblingssujet: die Biene. Die Rettung des vom grassierenden Bienensterben bedrohten Insekts ist ohnehin in aller Munde. Nun greifen immer mehr Werbekampagnen das politisch hitzig diskutierte Thema auf.

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Nachdem die Hilferufe der heimischen Imker von Jahr zu Jahr lauter geworden waren, erlangte das Thema Bienensterben im April politische Brisanz. Dass sich Umwelt- und Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP) auf EU-Ebene gegen ein Verbot von drei Pestiziden, die für das Bienensterben mitverantwortlich sein sollen, ausgesprochen hatte, war Anlass für heftige Diskussionen, Kritik und einen von allen Oppositionsparteien getragenen Misstrauensantrag.

Bioferkel verjagt Pestizid-Bösewicht

Parallel zur politischen Debatte springen immer mehr Werbeinitiativen auf den Bienenzug auf. Jüngstes Beispiel: Der neueste Werbespot von „Ja! Natürlich“, Österreichs führender Biomarke des REWE-Konzerns, lässt seit Sonntag das Schweinderl in solidarischem Eifer zum Beschützer der Bienen werden und einen Pestizidvertreter vom Bauernhof vertreiben: „Schau, dass du weiterkommst. Die Bienen sind unsere Freunde“, ruft es dem in die Flucht geschlagenen Pestizid-Bösewicht hinterher.

Der Spot wird die ganze Woche bis Sonntag ausgestrahlt, hieß es auf ORF.at-Nachfrage bei REWE. Man habe im Zuge des „Bienengipfels“ im Landwirtschaftsministerium in der letzten Woche „blitzschnell mit einem TV-Spot zu diesem Thema reagieren“ wollen. Damit solle Bewusstsein für biologisches Wirtschaften geschaffen und ein „Dankeschön“ an die Biobauernbetriebspartner für ihren Einsatz gerichtet werden: „Die Biobauern von Ja! Natürlich waren schon immer auf der Seite der Bienen.“

„Keine Eintagsfliege“ bei Hofer

Bereits im April startete Österreichs größter Diskonter Hofer die Bieneninitiative „Wir schwärmen für Bienen“: Produkte wie „Bienenhotels“ finden sich ebenso im Sortiment wie spezielle Stauden, Pflanzen- sowie Samenmischungen. Dazu gibt es Tipps vom Biogärtner für bienenfreundliche Gärten und Balkone.

Man habe bereits im Sommer des Vorjahres begonnen, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen, hieß es auf ORF.at-Nachfrage bei Hofer: „Die Entscheidung für den Start der Initiative fiel bereits im Herbst 2012 – also zu einem Zeitpunkt, an dem Bienen noch nicht im großen Interesse der Öffentlichkeit standen.“ Das Projekt sei auch keine „Eintagsfliege“ - vielmehr seien für die Zukunft eine Reihe von Maßnahmen geplant.

„Enorme Nachfrage“

In der Hofer-Zentrale in Sattledt soll demnach Ende Mai ein Bienenhaus eröffnet werden, dessen Bienenstöcke ein Hofer-Mitarbeiter und zugleich Imker betreut. Ebenfalls noch im Mai werde eine längerfristige Kooperation mit einer Umwelt- und Naturschutzorganisation vorgestellt, um lokale Bienenschutzprojekte in Österreich zu unterstützen. Mit dem Kundenfeedback zeigt sich Hofer sehr zufrieden. Es habe eine „enorme Nachfrage nach den im April angebotenen ‚bienenfreundlichen‘ Produkten“ gegeben, hieß es gegenüber ORF.at.

Kaufen und Bienen retten

Noch länger im Bienenbusiness ist etwa der Obstgetränkehersteller innocent. „Kaufe einen Smoothie und rette eine Biene“, wirbt man hier seit 1. April. Die Kampagne soll noch bis Ende Mai laufen. Erstmals wurde sie vor einem Jahr - ebenfalls im April und Mai - in Österreich, Deutschland und der Schweiz mit unterschiedlichen Partnern geführt, sagte eine Sprecherin von innocent Österreich gegenüber ORF.at.

Wie viel Geld pro verkauften Smoothie den Bienen zugutekommt, will innocent nicht genau beziffern. Nach Ablauf der Aktion werde Mitte Juni aber die Spendensumme bekanntgegeben. Auf einem „Bienometer“ kann der Interessierte jedenfalls ablesen, wie viele Bienen dank des Smoothie-Absatzes bereits gerettet werden konnten: Derzeit sind es über 350.000.

Biene ist nicht gleich Biene

Der letztjährige Erlös betrug 10.000 Euro. Er ging in Österreich an den österreichischen Partner Austrian Mellifera Züchter (AMZ). Der Züchterverein setzt sich für den Erhalt der Dunklen Biene ein, die jahrhundertelang die ursprüngliche Wirtschaftsbiene Mittel- und Nordeuropas war und als Urtyp der Honigbiene gilt. Sie wurde bis auf wenige Restbestände durch Verdrängungszucht ausgerottet.

Doris Manola, ORF.at

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