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Feiertag verwandelte sich in Tragödie

Stunden nach den Bombenanschlägen zittert Boston noch immer. Zerstört ist die Freude eines Tages, von dem man erwarten konnte, dass er ein Tag unbekümmerten Feierns würde. Drei Tote und über 100 Verletzte meldet der „Boston Globe“. Diese Zahlen können nicht annähernd ausdrücken, wie tief es die in Erschöpfung, Schmerz und Furcht versunkene Stadt im Inneren getroffen hat.

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„Es ist wirklich, wirklich hart für alle unsere Mitarbeiter, denn so etwas haben wir noch niemals gesehen“, sagt Hana Dubski, Assistenzärztin am Brigham and Women’s Hospital, wo sie und ihre Kollegen Verletzungen behandeln - von kleinen Verbrennungen bis zu Beinen, die von Granatsplittern so zerfetzt sind, dass sie amputiert werden müssen. „Alles ging wirklich schnell, wir wurden unterrichtet, dass es zahlreiche Opfer gab, und sofort strömten Leute in die Notaufnahme“, sagt Dubski.

Szenen des Grauens

Dubski spricht sozusagen klinisch und vermeidet grausame Details zugunsten der unbestreitbaren Fakten: Niemand ist auf solch eine Tragödie vorbereitet, und keiner weiß so recht, wie damit umzugehen ist. „Boston Globe“-Fotograf John Tlumacki verfolgt gerade das Rennen, als die Bomben explodieren. „Ich sah abgerissene Beine, abgerissene Füße, Menschen auf Menschen getürmt“, erzählt er CNN. „Ich fürchte, die Totenzahl wird größer werden als die drei bisher.“

Einige Ecken von der Boylston Street entfernt, wo die Bomben detonierten, patrouillieren die SWAT-Spezialeinheiten der Polizei. Außerhalb des Boston Medical Center, eines anderen Krankenhauses, das sich um die Explosionsopfer kümmert, gehen zwei Polizeioffiziere in vollem Kampfdress und mit automatischen Gewehren vor dem Eingang zur Notaufnahme auf und ab.

Soldaten patrouillieren im Stadtzentrum

Die Nationalgarde rückt in die Boylston Street ein, eine von Bostons Hauptverkehrsadern. Vier Stunden nach Beginn des Rennens, zu einem Zeitpunkt also, wenn gewöhnlich viele Läufer die Ziellinie erreichen, wird diese Zone von der Explosion heimgesucht. Die Anwesenheit der Soldaten ist doppelt bedeutungsschwer, da die Stadt nicht nur den Marathon feiert, sondern auch den Patriots’ Day. Er erinnert an die Schlachten von Lexington und Concord, als 1775 die amerikanischen Revolutionäre zum ersten Mal die Waffen gegen die britische Kolonialmacht erhoben.

Bostons Schulen bleiben am Patriots’ Day geschlossen, genau wie viele Geschäfte. Die Einwohner strömen zu den Aussichtspunkten entlang der gut 42 Kilometer langen Strecke, um die Läufer aus aller Welt zu sehen. Die Menschenmengen verschwinden am Montagabend, das übliche Feiern ist vergessen.

Quamel Burkmire, Wächter einer örtlichen Sicherheitsfirma, macht seine Runde durch mehrere Straßen in der Nähe des Brigham and Women’s Hospital, so wie immer. An jedem anderen Marathon-Montag hätte er eine ordentliche Menge Betrunkener oder Jubelnder erwartet. Aber nicht heute Nacht. „Der Marathon ist der größte auf der Welt, Leute kommen von überall her. Ich habe nicht viele Leute gesehen, es ist so tot“, sagt er.

Todd Feathers, dpa