„Sehr, sehr schwere Verletzungen“
Zwei Bombenanschläge haben am Montag die US-Metropole Boston erschüttert. Drei Menschen wurden getötet und mindestens 100 verletzt, laut CNN befinden sich 17 davon in kritischem Zustand. Einer der Toten ist ein achtjähriger Bub. Zwei Sprengsätze waren fast gleichzeitig am Rande des Marathonlaufs im Zuschauerraum detoniert.
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US-Präsident Barack Obama sprach in einer kurzen Rede an die Nation von einer „Tragödie“. „Wir finden heraus, wer das war. Wir werden sie zur Rechenschaft ziehen“, sagte er in Washington. Ein Regierungsbeamter sprach von einem Terrorakt. Der TV-Sender CNN berichtete unter Berufung auf FBI-Beamte, auch die US-Bundespolizei gehe von einem Terroranschlag aus. Als erster hatte Vizepräsident Joe Biden unmittelbar nach den Explosionen von einer Bombe gesprochen.

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Chaotische Szenen direkt nach den Detonationen
Die Explosionen ereigneten sich am Montag um 14.45 Uhr Ortszeit (20.45 Uhr MESZ). Viele der Verletzten wurden äußerst schwer verwundet. Ärzte berichteten gegenüber CNN, mehrere Beinamputationen hätten vorgenommen werden müssen. Offenbar war zumindest eine der Bomben in Bodennähe detoniert. Unter den Verletzten sind auch Kinder, eines davon ist laut CNN erst drei Jahre alt. Ein Polizeisprecher sagte, die Bomben hätten eine starke Sprengkraft gehabt.
Saudischer Staatsbürger vernommen
Wer hinter den Anschlägen steht, ist völlig unklar. Es hatte keine entsprechenden Warnungen gegeben. Auch nach den Detonationen hat sich noch niemand zu den Attentaten bekannt. Die Polizei in Boston dementierte Medienberichte, wonach ein Verdächtiger festgenommen worden sei. CNN berichtete, dass ein saudischer Staatsangehöriger vernommen werde, aber nicht festgenommen worden sei. Zudem werde ein dunkelhäutiger Mann mit fremdländischem Akzent gesucht, der versucht habe, sich kurz vor den Explosionen Zutritt zu einem gesperrten Areal zu verschaffen.

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Mehr als 140 Menschen wurden verletzt
Die Beamten wurden angewiesen, alle zurückgelassenen Gegenstände in den Straßen als verdächtig einzustufen. Die Sicherheitskräfte schalteten das Mobilfunknetz in Boston ab, um mögliche Fernzündungen zu verhindern. Über der Stadt mit 625.000 Einwohnern wurde eine Flugverbotszone eingerichtet. Zu den Blocks rund um den Tatort wird es für einen unbestimmten Zeitraum nur beschränkten Zutritt geben.
Detonationen im Zuschauerraum
Die Explosion ereigneten sich in der Nähe der Ziellinie. CNN zeigte Bilder einer Rauchsäule und fliehender Menschen. Auch Bilder von Rettungskräften, die Menschen auf Tragen wegbrachten, waren zu sehen. Als sich die Explosionen ereigneten, hatten die ersten Läufer bereits Stunden zuvor die Ziellinie überquert. Ö1-Reporterin Nadja Hahn war zufällig privat in Boston und wurde so ebenfalls Augenzeugin der Vorfälle - mehr dazu in oe1.ORF.at.

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Augenzeugen berichten von dramatischen Szenen
„Ich hörte zwei sehr laute Explosionen“, berichtete ein Augenzeuge. „Ich sah auch sehr, sehr schwere Verletzungen“, fügte er im TV hinzu. Auf Fotos vom Tatort waren blutende Verletzte zu sehen. „Es war das reine Chaos“, sagte ein Augenzeuge gegenüber CNN. Die Explosionen ereigneten sich nach Aufnahmen von Videos, die im Internet verbreitet wurden, hinter der Tribüne am Ziel, wo sich besonders viele Zuschauer befanden. Auf Videos ist ein älterer Läufer zu sehen, der während der Explosion zusammenbricht. Es handelt sich dabei um den 78-jährigen Läufer Bill Iffrig. Gegenüber CNN sagte er, er sei unter den Druckwellen zusammengebrochen und habe ein Blackout gehabt. Es gehe ihm aber den Umständen entsprechend gut.

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Scharfschützen sichern die Gegend nach den Anschlägen
Weiterer Sprengkörper gefunden
Der Bostoner Polizeisprecher Ed Davis sagte kurze Zeit nach den Explosionen, ein weiterer Sprengkörper an einem anderen Ort in Boston habe entschärft werden können. Die Untersuchungen stünden noch ganz am Anfang. Die Menschen in Boston sollten nach Hause zurückkehren und abwarten, bis die Polizei Entwarnung gebe. In der JFK-Bibliothek der Metropole brach nach Angaben der Behörden ein Feuer aus. Zunächst war berichtet worden, auch dort habe sich eine Explosion ereignet. Das wurde später korrigiert.
Bei den Anschlägen auf den Marathon handelte es sich offensichtlich um den ersten tödlichen Terrorangriff in den USA seit den Anschlägen vom 11. September 2001. Die US-Flaggen über dem Kongressgebäude in Washington wehten auf halbmast. Das ordnete Parlamentspräsident John Boehner an. „Das ist ein schrecklicher Tag für alle Amerikaner“, schrieb er in einer Mitteilung.
Seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 finden Marathonläufe und andere große Sportveranstaltungen in den USA unter strengsten Sicherheitsmaßnahmen statt. Der Marathon in Boston gehört zu den populärsten Rennen an der amerikanischen Ostküste. Jedes Jahr nehmen daran rund 20.000 Menschen teil. Laut der Website der Organisation hatten sich 41 Österreicher für den Lauf angemeldet.
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