Erinnerungen an 11. September 2001
Die Explosionen beim Boston-Marathon haben in den USA sofort die Erinnerungen an die Terroranschläge vom 11. September 2001 lebendig werden lassen. Die Bomben in Boston waren der erste schwere Anschlag seit damals. US-Präsident Barack Obama sagte, dass die Sicherheitsvorkehrungen in den USA „so weit wie nötig“ verschärft würden.
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Als Erster sprach laut US-Nachrichtensender CNN Vizepräsident Joe Biden von Bomben. Die US-Flugaufsicht FAA verhängte zeitweise ein Flugverbot über Boston. Das Mobilfunknetz wurde abgeschaltet, um mögliche Fernzündungen zu verhindern. Das Weiße Haus geht davon aus, dass die Bombenexplosionen ein Terroranschlag waren. Nachdem Obama in einer Erklärung den Begriff „Terrorismus“ vermieden hatte, sagte ein Beamter im Weißen Haus wenig später, die Explosionen seien „klar ein Akt des Terrors“.
„Jeder Vorfall mit mehreren Sprengsätzen - wie es in diesem Fall erscheint - ist klar ein Terrorakt und wird als Terrorakt behandelt“, so der Beamte. Allerdings sei bisher unklar, wer die Attacke ausgeführt habe. Im Zuge einer gründlichen Untersuchung müsse geklärt werden, ob der Angriff auf das Konto von ausländischen oder einheimischen Terroristen gehe.

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Obama: „Wir werden sie zur Rechenschaft ziehen“
Experten sagten dem Sender MSNBC, dass Obama wahrscheinlich das Wort Terrorismus vermieden habe, um nicht den Eindruck zu erwecken, dass die Terrororganisation Al-Kaida hinter den Explosionen stecke. Die Anschläge vom 11. September 2001 seien immer noch so lebendig, dass eine solche Schlussfolgerung in den Augen vieler naheliege. Wahrscheinlicher sei aber nach dem Stand der Erkenntnisse, dass es sich um einen heimischen Terrorakt handle.

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Verschärfte Sicherheitsmaßnahmen vor dem Weißen Haus
Sicherheitsmaßnahmen in Washington verschärft
In Washington wurden die Sicherheitsmaßnahmen um das Weiße Haus und in den U-Bahnen verschärft. Obama wurde umgehend informiert und zog sich mit seinen Sicherheitsberatern ins Oval Office zurück. Auch in der Millionenmetropole New York wurden die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt. Hotels und bekannte Gebäude würden bis auf weiteres strenger bewacht, sagte New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg. Die Polizeipräsenz in der U-Bahn werde verstärkt.

Reuters/Jessica Rinaldi
Teilnehmer des Marathons
Man werde herausfinden, wer für die Explosionen verantwortlich sei, sagte Obama am Montagabend (Ortszeit). Die Täter würden zur Rechenschaft gezogen. Obama wies zudem die Bundesbehörden an, die Sicherheitsmaßnahmen in den USA - wo erforderlich - zu erhöhen.
Herausforderung für Obama
Nicht nur die USA hatten seit dem 11. September 2001 in Sachen Terrorismus Glück gehabt - auch Obama selbst. Er konnte Erfolge feiern und ließ den Chef des Terrornetzwerkes Al-Kaida, Osama bin Laden, zur Strecke bringen - auch ein Erfolg, der ihm zur Wiederwahl im Vorjahr verhalf. Terroristen wurden zudem weltweit mit tödlichen Drohnenattacken unter Druck gesetzt.
Am 11. September 2001 hatten 19 islamistische Terroristen in einer koordinierten Aktion mit vier zivilen US-Boeings wichtige Symbole amerikanischer Macht angegriffen. Nahezu 2.750 Menschen kamen ums Leben, als zwei Maschinen in die Türme des World Trade Center in New York einschlugen. Ein drittes Flugzeug traf das Pentagon in Washington, es gab 189 Tote. Die vierte Maschine, die offenbar das Weiße Haus oder den Kongress in Washington zum Ziel hatte, stürzte bei Pittsburgh im Bundesstaat Pennsylvania auf freiem Feld ab, es starben alle 44 Flugzeuginsassen.
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