Regelwirrwarr als Herausforderung
Am Montag starten die Anmeldefristen für die neuen Aufnahmeverfahren für Studienanfänger an den Universitäten. Für angehende Studierende wird der Start in die akademische Ausbildung damit noch einmal komplizierter. Schon jetzt gibt es in der heimischen Hochschullandschaft zahlreiche Aufnahmebeschränkungen, etwa bei Medizin-, Psychologie- und Publizistikstudien.
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Neu kommen nun spezielle Aufnahmeverfahren in den Studienfeldern Pharmazie und Wirtschaftswissenschaften sowie zumindest an manchen Unis Architektur und Biologie hinzu. Wer im Studienjahr 2013/14 ein Studium in den betroffenen Fächern aufnehmen möchte, muss sich jedenfalls online registrieren und - je nach Uni und Fach - entweder ein (unbenotetes) Online-Self-Assessment durchlaufen oder ein (ebenfalls unbewertetes) Motivationsschreiben verfassen. Ob auch eine Aufnahmeprüfung gemacht werden muss, wird erst nach Ende der Anmeldefrist entschieden.
Betroffene Studienrichtungen:
- Architektur
- Biologie
- Ernährungswissenschaften
- Molekularbiologie
- Pharmazie
- Sozialwirtschaft
- Volkswirtschaftslehre
- Wirtschaftswissenschaften
- Internationale Wirtschaftswissenschaften
- Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
- Angewandte Betriebswirtschaft
- Wirtschaft und Recht
- Betriebswirtschaft
- Informationsmanagement
- Internationale Betriebswirtschaft
Die Anmeldefrist ist je nach Studienfeld unterschiedlich: In den Wirtschaftswissenschaften läuft sie bis 31. Mai, in der Architektur bis 14. Juni, in der Pharmazie und Biologie jeweils bis 2. August. Nach Ablauf dieser Frist steht dann fest, ob eine schriftliche Prüfung stattfindet.
Prüfung nur bei zu vielen Studenten
Diese Prüfung wird aber nur durchgeführt, wenn die Zahl der registrierten Studienwerber die gesetzlich festgelegte Anzahl der Studienplätze, die eine Universität zur Verfügung stellen muss, überschreitet. Weiteres Schlupfloch: Gibt es an einer Uni weniger Studienbewerber pro Studienfeld als gesetzlich festgelegte Studienplätze, können die freien Plätze mit jenen Studienbewerbern "aufgefüllt“ werden, die an einer anderen Universität im entsprechenden Studienfeld registriert sind und dort keinen fixen Platz haben. Das erfolgt im Rahmen einer Nachregistrierung nach dem Motto „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“.
Etwaige Aufnahmeprüfungen finden in den Wirtschaftswissenschaften am 9. Juli, in der Architektur am 22. Juli, in der Biologie am 5. September und in der Pharmazie am 9. September statt. Bei diesen Prüfungen müssen nicht bestimmte Mindestpunktezahlen erreicht werden - es kommt lediglich auf den belegten Platz an: Stehen etwa 500 Plätze zur Verfügung, werden die 500 Studienwerber mit den besten Ergebnissen zugelassen.
Nicht jede Uni mit denselben Spielregeln
Flächendeckend finden diese Aufnahmeverfahren nur in den beiden Fächergruppen Pharmazie und Wirtschaftswissenschaften statt. In der Architektur und Biologie gibt es je nach Uni unterschiedliche Vorgangsweisen: In der Architektur führen die Uni Innsbruck (290 Plätze) und die Technische Uni (TU) Graz (390 Plätze) Aufnahmeverfahren durch, die TU Wien (Architektur, Raumplanung) und die Wiener Universität für Bodenkultur (Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur) verzichten.
Ähnlich ist es in der Biologie: Die Uni Wien und die Uni Graz (gemeinsam mit der TU Graz) führen in den zum betreffenden Studienfeld gehörenden Fächern Biologie, Ernährungswissenschaften und Molekularbiologie Aufnahmeverfahren durch, die Uni Innsbruck und die Uni Salzburg dagegen nicht. In der Molekularen Biowissenschaft an der Uni Salzburg bzw. Linz gibt es ebenfalls kein Aufnahmeverfahren. Im ursprünglich ebenfalls von möglichen Beschränkungen erfassten Studienfeld Informatik verzichteten alle Unis auf Aufnahmeverfahren.
Töchterle: „Angehenden Akademikern“ zuzutrauen
Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle hat keine gröberen Bedenken, dass es aufgrund der von Uni zu Uni und von Fach zu Fach verschiedenen Vorgangsweisen und Fristen größere Verwirrung geben wird. „Es ist davon auszugehen, dass ein angehender Akademiker fähig ist, sich zu informieren“ - gerade in Zeiten, wo alle Infos online verfügbar seien, sagte er kürzlich. Sicherheitshalber wurde aber dennoch eine Informationskampagne gestartet, und es wurden Briefe an alle Maturanten verschickt.
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