„Clown“-Vergleich: Verstimmung Italien - Deutschland

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Wo sitzen sie nun, die Clowns? Während die deutsche Kanzlerin Angela Merkel angesichts der Italien-Wahl ihre Gelassenheit beschwört, fordert ihr Außenminister „eine rasche Regierungsbildung“ und erntet damit Staunen von Politkommentatoren. Und SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück? Der greift tief in die Kiste der Antidiplomatie und verärgert damit das ausgerechnet in Berlin weilende italienische Staatsoberhaupt Giorgio Napolitano.

Passiert war eigentlich nicht viel - außer dass Steinbrück bei einer Diskussionsveranstaltung die italienischen Politiker Beppe Grillo und Silvio Berlusconi als „Clowns“ bezeichnete. Letzterer leide zudem an zu starken Testosteronschüben.

Mehr dazu in Südliches „Testosteron“

Auch italienische Medien empört

Italienische Medien stellten sich hinter die „Schlacht“ Napolitanos, der ein Treffen mit Steinbrück abgesagt hatte. „Rüpelhafte Sätze und reale Befürchtungen“ konstatierte die rechtsliberale Mailänder Zeitung „Corriere della Sera“ in ihrem Aufmacher auf der ersten Seite. „Zwischen Sorge und Flegelhaftigkeit gibt es doch einen Unterschied, den zu beseitigen niemandem erlaubt ist.“

Napolitanos Verhalten dazu sei „bestens“. Das angesehene Blatt sprach von Steinbrück als dem „deutschen König der Ausrutscher“ und der Furcht vor dem Populismus. Auch die liberale Turiner „La Stampa“ begrüßte Napolitanos Haltung „im Namen der europäischen politischen Korrektheit“. Natürlich habe der Staatschef gut reagiert, als er ein Treffen mit Steinbrück ablehnte. Die linksliberale römische „La Repubblica“, eine Anti-Berlusconi-Speerspitze, nannte Napolitanos Reaktion eine diplomatische Notwendigkeit, Italien stehe im Clownkostüm da.