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Rund 900 Volksgruppen

Papua-Neuguinea liegt nördlich von Australien und östlich von Indonesien im Pazifischen Ozean und ist etwa so groß wie Schweden. Es besteht aus dem Ostteil der Insel Neuguinea - der nach Grönland zweitgrößten Insel der Welt - und vielen Inselgruppen. Große Teile der Bevölkerung kamen erst im 20. Jahrhundert in Kontakt mit westlicher Zivilisation.

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In den Regenwäldern, vor allem aber im gebirgigen Hochland, das weite Teile der Insel Neuguinea einnimmt, leben die Menschen teilweise bis heute archaisch. Die Bevölkerung von 6,6 Millionen Menschen teilt sich in knapp 900 Volksstämme auf - die meisten Gruppen haben eine eigene Sprache. 96 Prozent sind Christen.

Rohstoffe locken Konzerne an

Das Klima ist fast das ganze Jahr tropisch heiß. Die meisten Bewohner sind arm, trotz zahlreicher Rohstoffe wie Gold, Erdgas und Kupfer. In den vergangene Jahren kamen immer mehr internationale Konzerne ins Land, um diese abzubauen. Erst knapp vor einem Jahr kam es zu Unruhen wegen der Ramu-Nickelmine an der Ostküste bei Madang. Die Mine gehört dem chinesischen Stahlkonzern MCC. Die Bevölkerung befürchtete Umweltschäden. Nach Angaben von Hilfsorganisationen profitieren die Bürger wegen Korruption und Missmanagements kaum von den internationalen Investoren.

Karte von Papua-Neuguinea

APA/ORF.at

Ein Megaprojekt soll 2014 fertiggestellt werden: Mit einem milliardenschweren Gasdeal mit dem US-Konzern ExxonMobil soll das Land künftig nicht mehr auf Hilfen von außen angewiesen sein. Das Projekt soll das Bruttoinlandsprodukt Papua-Neuguineas verdoppeln.

Seit 1975 unabhängig

Staatsoberhaupt ist die britische Queen Elizabeth II., die durch einen Generalgouverneur vertreten wird. Ein Teil des heutigen Papua-Neuguinea war im 19. Jahrhundert deutsche Kolonie und Teil des Kaiser-Wilhelm-Landes. Später stand das Land unter australischer Verwaltung - seit 1975 ist es unabhängig.

Die jüngere Geschichte des Pazifikstaats ist von Instabilität, Korruption und Gewalt geprägt. Erst im Jänner 2012 war ein Umsturzversuch einer Gruppe von Militärs gescheitert. Bei der anschließenden Wahl wurde der bisherige Regierungschef Peter O’Neill im Amt bestätigt. Die Wahl wurde von einem hohen Aufgebot an Sicherheitskräften begleitet, nachdem es zuvor in den Bergregionen des Landes vereinzelt Auseinandersetzungen und Festnahmen gegeben hatte.

Blutiger Konflikt im Nachbarland Indondesien

Ebenfalls betroffen ist Papua-Neuguinea von einem Konflikt, der Jahrzehnte in unmittelbarer Nähe tobte: Der vormals niederländische Westteil der Insel ist die indonesische Provinz Papua (vormals Irian Jaya). Schon seit 1964, als sich Indonesien die ehemalige niederländische Kolonie Westneuguinea einverleibte, kämpft die christliche Bewegung Freies Papua (Organisasi Papua Merdeka, OPM) gegen die indonesische Armee.

Die Unruhen erreichten Ende der 70er Jahre ihren Höhepunkt, als Jakarta auf die Anschläge der OPM gegen Militärposten und Verwaltungseinrichtungen mit Bombenangriffen reagierte und Tausende in das benachbarte Papua-Neuguinea flohen. Seit Mitte der 80er Jahre flackerten die Unruhen immer wieder auf.

Massenmord für Holzvorkommen

Den nach Westpapua entsandten Sicherheitskräften wirft auch die indonesische Menschenrechtskommission schwerwiegende Übergriffe vor, unter anderem Morde und Folter. Von Flüchtlingen, Missionaren und Menschenrechtsorganisationen wurden die Zustände übereinstimmend mit dem Begriff Völkermord an den Papua beschrieben.

Mehr als 100.000 Menschen sollen von indonesischen Militärs ermordet worden sein, vor allem, um an die reichen Holzvorkommen im dichten Urwald heranzukommen. 2001 erhielt die Provinz Papua den Sonderstatus als autonome Provinz. Dieser Status wurde laut Kritikern untergraben, als 2003 die neue Provinz Irian Jaya Barat abgetrennt wurde. Aus Sicht vieler Papua regiert Indonesien wie eine Kolonialmacht.

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