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Noch immer zwei Vermisste

Vor einem Jahr ist der Kreuzfahrtriese Costa Concordia vor der Küste der Toskana gekentert. Mindestens 30 Menschen kamen bei dem Unglück ums Leben, zwei gelten noch immer als vermisst. Die Reederei Costa Crociere aus Genua hat die US-Firma Titan Salvage beauftragt, das Wrack vor der Insel Giglio zu entfernen. Eine Chronologie der Ereignisse:

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13. Jänner 2012: Die Costa Concordia rammt vor der italienischen Insel Giglio einen Felsen und kentert. An Bord sind mehr als 4.200 Passagiere und Besatzungsmitglieder. 77 Österreicher überstehen das Unglück unverletzt. Der Staatsanwalt wirft Kapitän Francesco Schettino vor, die Besatzung habe die Küstenwache zu spät alarmiert.

17. Jänner: Schettino wird unter Hausarrest gestellt. Aus Sicht der Untersuchungsrichterin hat er schwere Fehler gemacht.

18. Jänner: Die Suche nach im Wrack Eingeschlossenen gerät ins Stocken. Aus Sicherheitsgründen wird sie unterbrochen, weil das Schiff abgesunken ist und in die Tiefe zu rutschen droht. Später wird der Einsatz wegen schlechten Wetters mehrfach unterbrochen.

27. Jänner: Die Überlebenden der Costa Concordia sollen von der Reederei eine Entschädigung von je 11.000 Euro plus 3.000 Euro für zusätzliche Ausgaben bekommen. Kritiker sehen darin nur „Almosen“. Überlebende und Hinterbliebene planen eine Sammelklage in den USA.

12. Februar: Bei einem Gedenkgottesdienst in Rom drückt Italiens Präsident Giorgio Napolitano sein tiefes Bedauern über das Unglück aus.

23. Februar: Gegen den unter Hausarrest stehenden Kapitän wird nun auch wegen unterlassener Kommunikation mit dem Hafenamt in Livorno ermittelt. Vorgeworfen wird ihm zudem mehrfache fahrlässige Tötung, Havarie und Verlassen des Schiffes während der Evakuierung.

22. März: Das letzte Schweröl der Costa Concordia wird abgepumpt, die Gefahr einer Umweltkatastrophe vor der Küste ist damit gebannt.

26. März: Taucher holen fünf weitere Leichen aus dem Wrack. Damit werden noch zwei Personen vermisst. 30 Tote wurden bisher geborgen.

10. April: Die Richter am Kassationsgerichtshof in Rom verwerfen den Antrag des Verteidigers, Schettino aus dem Hausarrest zu entlassen. Das Gericht entscheidet auch gegen die Staatsanwälte, die Untersuchungshaft durchsetzen wollten, weil Fluchtgefahr bestehe und Schettino als freier Mann Beweismaterial manipulieren könnte.

24. April: Wechsel an der Spitze der italienischen Unglücksreederei: Pier Luigi Foschi hört zur Jahresmitte auf, erklärt der US-Mutterkonzern Carnival in Miami. Nachfolger als Lenker der Costa Group wird ein Deutscher: der bisherige AIDA-Chef Michael Thamm. AIDA gehört ebenfalls zum Weltmarktführer.

15. Mai: Vier Monate nach der Havarie der „Costa Concordia“ gibt es laut Medienberichten noch knapp 250 Fälle, in denen Passagiere mit der Kreuzfahrtgesellschaft in außergerichtlichen Verfahren in den USA um Entschädigung streiten.

18. Mai: Costa Crociere präsentiert einen Vierphasenplan zur Bergung des Wracks. In der ersten Phase soll eine Unterwasserplattform errichtet werden, die das Schiff stabilisiert. Mit Hilfe von zwei Kränen soll die „Costa Concordia“ in eine aufrechte Lage gehievt werden. Danach wird das Schiff in einen italienischen Hafen abtransportiert und anschließend der Meeresboden gesäubert.

20. Juni: Die Bergung des havarierten Schiffes beginnt. Die Kosten dafür sollen sich auf 236 Millionen Euro belaufen.

13. Juli: Genau sechs Monate nach der Havarie des Kreuzfahrtschiffs „Costa Concordia“ halten Hinterbliebene auf der italienischen Insel Giglio Gedenkfeiern ab.

11. August: Die Bergung des Wracks tritt in die entscheidende Phase. Eine 120 Meter lange Plattform, die im Rahmen der Bergungsaktion eingesetzt werden soll, wird auf der linken Seite des Wracks positioniert.

15. Oktober: In Grosseto beginnt der Beweissicherungstermin zum Unglück. Schettino zeigt sich dabei erstmals vor Gericht.

2. November: Das Wrack ist mit zwei Monaten Verspätung gesichert. Das gekenterte Kreuzfahrtschiff kann jetzt nicht mehr in tiefes Wasser absinken.

20. Dezember: Der ermittelnde Staatsanwalt erklärt, dass Schettino eine 20-jährige Haftstrafe droht. Schettino werden mehrfache fahrlässige Tötung, das Verlassen des Schiffes, während sich noch viele Passagiere an Bord befanden, und Umweltschäden vorgeworfen.

4. April 2013: Rund um das Wrack wird mit der Installierung einer Unterseeplattform begonnen. Diese ist die erste von insgesamt sechs Unterseeplattformen, die das Wrack stützen werden, nachdem es in senkrechte Position gebracht ist.

10. April: Costa Crociere erzielt vor Gericht einen Vergleich, der die Reederei zur Zahlung von einer Strafe in Höhe von einer Million Euro verpflichtet. Damit gibt es keine weiteren Ermittlungen gegen die Kreuzfahrtgesellschaft.

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