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Schüler auf dem Prüfstand

Die Ergebnisse der ersten Überprüfung der Bildungsstandards sind am Dienstag veröffentlicht worden. Die nächsten Tests stehen jedoch bereits bevor: Im April wird in der vierten Klasse Volksschule Mathematik überprüft, im Mai folgt in der achten Schulstufe Englisch.

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Was sind Bildungsstandards?

Sie legen seit 2009 fest, über welche Grundkompetenzen Schüler in der vierten Schulstufe (in Deutsch, Englisch) bzw. der achten Schulstufe (in Deutsch, Englisch, Mathematik) verfügen sollten. Sie ergänzen den Lehrplan, indem sie vorgeben, wie genau Kinder etwas bis zum Ende der Volksschulzeit bzw. im letzten Jahr der Hauptschule, AHS-Unterstufe und Neuen Mittelschule wissen oder können sollen (Kompetenzorientierung). Ziel ist die Qualitätsverbesserung des Unterrichts.

Wie werden die Standards in der Praxis umgesetzt?

Unter Leitung des Bundesinstituts für Bildungsforschung (BIFIE) wurden die Grundkompetenzen für Deutsch, Mathematik und Englisch (Letzteres nur achte Schulstufe) festgelegt und praxisnahe Aufgabenbeispiele für Lehrer erstellt, mit deren Hilfe die notwendigen Kompetenzen aufgebaut werden sollen. Lehrer können informell durch spezielle Diagnoseinstrumente überprüfen, wo ihre Klassen in den einzelnen Kompetenzbereichen stehen und bekommen vom BIFIE auch Empfehlungen zur Fachdidaktik. Seit 2012 wird jedes Jahr im Frühjahr bei Testungen überprüft, ob die Umsetzung der Standards funktioniert. Um über Vergleichswerte zu verfügen, wurden vor der Einführung Ausgangstestungen durchgeführt.

Was wird wann getestet?

Die erste flächendeckende Überprüfung fand im Mai 2012 für das Fach Mathematik in der achten Schulstufe statt. 2013 folgen Englisch in der achten und Mathematik in der vierten Schulstufe, 2014 Deutsch in beiden Altersgruppen. 2015 beginnt der Dreijahreszyklus von vorne. In jedem Fach werden bestimmte Kompetenzen überprüft. Die Tests finden jeweils für alle Schüler des jeweiligen Jahrgangs österreichweit an einem Tag statt. Sie werden nicht vom Klassenlehrer geleitet, in der achten Schulstufe muss es auch ein Lehrer eines anderen Fachs sein.

Wer wird getestet?

Getestet werden alle jeweils rund 80.000 Kinder in der vierten Klasse Volksschule bzw. der achten Schulstufe mit Ausnahme von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf und außerordentlichen Schülern. Allerdings wird nur beim schriftlichen Test der gesamte Jahrgang geprüft, für die Teilkompetenz Sprechen bei Deutsch bzw. Englisch wird eine Teilstichprobe von je zirka 100 Schulen herangezogen.

Wie laufen diese Tests ab?

In der vierten Schulstufe dauern die Tests maximal 80 Minuten, in der achten Schulstufe maximal 120 Minuten. Zwischen den verschiedenen Testphasen - in Englisch etwa Höraufgabe, Leseaufgabe und Schreiben - gibt es jeweils fünfminütige Pausen. Damit nicht abgeschrieben werden kann, müssen die Schüler einer Klasse unterschiedliche Tests bearbeiten. Die Fragen sind jedoch in jeder Gruppe ungefähr in der gleichen Zeit beantwortbar und decken die gleichen Kompetenzbereiche ab. Es gibt Fragen, bei denen die Antwort frei formuliert werden kann bzw. muss, und solche, bei denen nur die richtige Antwort angekreuzt werden muss, Elemente in die richtige Reihenfolge gebracht oder Begriffe der entsprechenden Beschreibung zugeordnet werden müssen. Nach dem Test füllen die Schüler noch einen Fragebogen zu statistischen Daten und den Rahmenbedingungen des Lernens aus (Unterrichtsmaterialien, Bildungsniveau der Eltern etc.).

Was passiert mit dem Ergebnis der Testungen?

Diese liegen rund ein halbes Jahr danach vor und fließen nicht in die Note ein, sondern sollen nur dem Schüler selbst als Rückmeldung dienen. Außerdem bekommt der Lehrer die anonymisierten Ergebnisse seiner Klasse, der Direktor einen Schulbericht sowie die Ergebnisse aller Klassen, die Schulverwaltung die Ergebnisse pro Bundesland und das Ministerium eine Zusammenfassung der neun Bundesländerberichte. Die Ergebnisse sollen zeigen, ob die entsprechenden Kompetenzen vermittelt werden. Auf Mängel sollen etwa der Lehrer durch andere Schwerpunkte im Unterricht, der Schulleiter durch Qualitätsentwicklung und Schulungsprogramme sowie die Schulaufsicht durch Änderungen in der Lehreraus- und -fortbildung, der Lehrpläne, Bücher und beim Stundenausmaß einzelner Fächer reagieren.

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