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Offenbar Probleme mit Wirbelsäule

Seit Wochen machen Gerüchte über den Gesundheitszustand von Kreml-Chef Wladimir Putin die Runde: Es sei offensichtlich, dass der 60-Jährige, der sich so gern als Macho und Extremsportler inszeniere, Probleme mit der Wirbelsäule habe, heißt es in den Kommentaren. Aus dem Kreml heißt es, der Präsident sei gesund wie eh und je. Glauben mag das aber niemand.

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Der Radiosender Echo Moskwy ätzt, dass den offiziellen Worten ohnehin niemand in Russland glaube. Tief sitzt das Misstrauen aus Sowjet-Zeiten, als das Politbüro etwa den Zustand von Kreml-Chef Leonid Breschnew wie ein Staatsgeheimnis hütete. Und in früheren Zeiten folgte auf eine offiziell vermeldete „leichte Verkühlung“ bald einmal ein Staatsbegräbnis.

„Leichte, sportbedingte Schmerzen“

Gereizt reagiert Putins Sprecher Dimitri Peskow auf Berichte und Bilder, wonach sich Putin vor einigen Tagen in Istanbul vom türkischen Regierungschef Recep Tayyip Erdogan in den Sessel helfen lassen habe. „Ich habe genug davon, das zu erklären. Ich sehe darin keinen Sinn mehr“, sagt Peskow der Staatsagentur Ria Nowosti. Über den Moment, in dem Erdogan Putin nach seiner Gesundheit fragt und dieser dem Türken empfiehlt, Sport zu treiben, berichten nur Kreml-kritische Medien.

Seit Wochen betont Peskow, dass Putin, der Judoka mit dem schwarzen Gürtel, oft wie ein Profi Sport treibe. Deutlicher, als dass Putin eine ältere Sportverletzung plagen könnte, wird er nicht. Und wenn der Präsident hin und wieder sportbedingte Schmerzen „im Rücken, in der Hand oder im Bein“ habe, beeinträchtige das seine Arbeit nicht.

Bei Kranichflug verletzt?

Die russische Zeitschrift „The New Times“ veröffentlicht in ihrer aktuellen Ausgabe ein Foto von Putin, wie er sich mit schmerzverzerrtem Gesicht auf einem Stuhl abstützt. Die Aufnahme stammt von einem Gipfel im September in Wladiwostok. Spekuliert wird seither, Putin habe sich bei einem PR-Gag, als er mit einem Motordrachen mit Kranichen flog, verletzt.

Besuchsprogramm beeinträchtigt

Spätestens aber, als Putin entgegen der Gepflogenheiten auch mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel im November im Kreml nur im Sitzen zu sehen ist, sei offensichtlich gewesen, „dass er ein Korsett trägt“, schreibt das Magazin.

Die Absage eines Besuchs von Japans Regierungschef Yoshihiko Noda in Moskau Ende November heizte die Spekulationen weiter an. Aus japanischen Regierungskreisen hieß es, der Kreml habe ein Treffen im Dezember abgesagt und das mit einer „Verletzung Putins“ begründet. Das russische Präsidialamt wies diese Darstellung jedoch zurück.

Noch lange Amtszeit möglich

Putin ist seit Mai zum dritten Mal russischer Präsident. Nach seinen ersten beiden Amtsperioden war er vier Jahre lang Regierungschef. Das Amt des Staatschefs übte in dieser Zeit sein früherer Ministerpräsident Dimitri Medwedew aus, der nach der Wiederwahl Putins wieder ins Amt des Regierungschefs zurückkehrte.

Theoretisch kann Putin nun wieder zwei Amtszeiten lang an der Staatsspitze stehen. Damit hätte er die Möglichkeit, bis zum Jahr 2024 Präsident zu bleiben. Die Amtszeit des Präsidenten war Ende 2008 per Verfassungsänderung von vier auf sechs Jahre verlängert worden. Putin hat sich immer wieder als muskulöser und vor Gesundheit strotzender Landesvater fotografieren lassen.

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