Küberl will Frühwarnsystem
Caritas-Präsident Franz Küberl begrüßt zwar, dass ein Großteil der Bundesländer angemessene Unterbringung und Betreuung für Asylsuchende organisieren konnten. Ein paar Lehren sollten nun aber gezogen werden. Unter anderem plädierte Küberl in einer Aussendung dafür, ein Frühwarnsystem einzuführen.
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Die Überbelegung von Traiskirchen habe sich seit längerem abgezeichnet, die Schaffung zusätzlicher Plätze hätte weit früher beginnen müssen. Nötig sei dabei auch, dass Reserven geschaffen werden. Noch vor wenigen Jahren, konkret 2005, seien mehr als 22.400 Asylanträge verzeichnet worden, während heuer etwa 14.600 Personen in Österreich um internationalen Schutz angesucht hätten. Diese Zahl sollte also bei zeitgerechter Planung bewältigbar sein.
UNHCR: „Quotendruck nicht zulasten von Qualität“
Das UNO-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) begrüßte am Freitag die Ankündigung, dass nun endlich eine Reihe neuer Unterkünfte in den Bundesländern für Asylsuchende geschaffen werden. Die zusätzlichen Plätze seien ein „Schritt in die richtige Richtung“, so Christoph Pinter, Leiter des UNHCR-Büros in Österreich.
Nun müsste jedoch genau auf die Qualität der Unterbringungen geachtet werden. Bei den Quartieren müsse besonderes Augenmerk auf Ausstattung, Infrastruktur und Betreuung gelegt werden. „Der Quotendruck darf nicht zulasten von Qualität gehen. Alle Asylsuchenden haben ein Anrecht auf eine menschenwürdige, angemessene Unterkunft“, so Pinter weiter.
Grüne gegen Massenquartiere
Auch für die Menschenrechtssprecherin der Grünen, Alev Korun, steht jetzt vor allem im Vordergrund, dass die Qualität der Unterkünfte garantiert werden können, wie sie am Donnerstag in einer Aussendung wissen ließ. Statt Massenquartieren brauche man kleinere Einheiten mit Beschäftigungsmöglichkeiten und guter Betreuung und am besten einen bundesweit einheitlichen Standard.
„Dass wir diesen einheitlichen Standard dringend benötigen, beweist auch die geschmacklose Forderung vom Kärntner Landeshauptmann Gerhard Dörfler und des Bleiburger Bürgermeisters, dass man nur bestimmte Ethnien aufnehmen wolle. Afrikaner und Tschetschenen seien nicht erwünscht“, so Korun. Neben der Unterbringung erwachsener Asylwerber würden auch geeignete, kinderfreundliche Unterkünfte für jene Kinder und Jugendlichen gebraucht, die alleine nach Österreich kommen.
BZÖ fordert rasche Asylerstabklärung
Das BZÖ reagierte auf die Pressekonferenz von Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) am Freitag mit Kritik. Diese verschiebe „im wahrsten Sinne nur Probleme“, biete aber keine „fairen Lösungen“ an. Das BZÖ fordert eine verpflichtende Erstabklärung binnen 72 Stunden, ob ein Asylwerber eine Chance auf Aufenthalt in Österreich hat oder nicht. In dieser Zeit soll er das Erstaufnahmezentrum nicht verlassen dürfen - damit soll die Überfüllung von Asylheimen verhindert werden.
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