Von US-Konkurrenten noch weit entfernt
Während der Schweizer Konkurrent UBS aus dem riskanten Teil des Investmentbankings aussteigen will, springt bei der Deutschen Bank genau dieses Kerngeschäft allmählich wieder an: Dank starker Geschäfte vor allem im Anleihehandel fuhr die Bank im dritten Quartal einen Vorsteuergewinn von 1,1 Milliarden Euro ein, wie sie vergangenen Dienstag mitteilte.
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Das waren 20 Prozent mehr als vor einem Jahr und in etwa so viel, wie Analysten erwartet hatten. Es hätte noch mehr sein können, doch geht der begonnene Konzernumbau mit vielen Sonderbelastungen einher. Beim Blick in die Zukunft sind die beiden neuen Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen vorsichtig: „Kurzfristig erwarten wir weiterhin ein unsicheres gesamtwirtschaftliches Umfeld“, sagten sie. Es gehe weiter darum, Risiken und Kosten zu reduzieren. Ein Gewinnziel für 2012 gibt es ohnehin nicht.
Rückstellungen für Rechtsstreit
Unter dem Strich blieben 755 Millionen Euro übrig, ungefähr so viel wie vor einem Jahr. Dass das Investmentbanking wieder anzieht, hatte sich schon bei den Zahlen der großen US-Rivalen abgezeichnet, die inzwischen wieder Milliardengewinne einfahren. Davon ist die Deutsche Bank noch weit entfernt. Im Investmentbanking (CB&S) schaffte der deutsche Branchenprimus zwar einen Vorsteuergewinn von 662 Millionen Euro. Er wurde von Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten in Höhe von 285 Millionen Euro geschmälert. Außerdem wurde die Risikovorsorge hochgeschraubt.
Andere Strategie als UBS
Der angekündigte Abbau von knapp 2.000 Stellen im Konzern, davon 1.500 im Investmentbanking, ist ebenfalls angelaufen und geht mit Abfindungen in dreistelliger Millionenhöhe einher. Bis Jahresende will die Deutsche Bank damit zumindest im Kapitalmarktgeschäft fertig sein, wie Finanzchef Stefan Krause sagte. Einen drastischeren Jobabbau, wie ihn die UBS mit 10.000 Stellen angekündigt hat, gab die Deutsche Bank entgegen den Erwartungen einiger Analysten aber nicht bekannt.
Zur Entlastung des Eigenkapitals mistet die Bank auch radikal bei risikobehafteten Portfolios aus. Von dem bis März 2013 geplanten Abbau von 90 Milliarden Euro an Risikopositionen sei bereits knapp ein Drittel geschafft, erklärte sie. Die Bank sieht sich damit auf Kurs, bis 2015 eine harte Kernkapitalquote von mehr als zehn Prozent unter den schärferen Basel-III-Regeln zu erreichen. Derzeit dürften es weniger als sieben Prozent sein.
Radikales Sparprogramm
Auf ihrem Investorentag im September hatte die Deutsche Bank ein radikales Sparprogramm angekündigt. Bis 2015 wollen Jain und Fitschen 4,5 Milliarden Euro Kosten aus dem Konzern herausholen. Doch der Umbau geht kurzfristig ins Geld und kostet erst einmal vier Milliarden. Davon sind 320 Millionen Euro im dritten Quartal angefallen, wie das Institut mitteilte.
Fast ein Drittel davon ging auf die größte Baustelle im Konzern zurück, den neu geschaffenen Bereich Asset & Wealth Management. Die Deutsche Bank hatte sich entschieden, die Vermögensverwaltung für private und institutionelle Kunden zusammenzulegen, nachdem ein Verkauf großer Teile der Sparte gescheitert war. Doch der Bereich verdient kaum Geld. Vor Steuern waren es dieses Mal nur 64 Millionen Euro nach 186 Millionen vor einem Jahr. Das Privatkundengeschäft rund um die Postbank lieferte dagegen im dritten Quartal einen Gewinn von 492 Millionen Euro ab, ein Plus von fast 60 Prozent.
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