Spanien muss hohe Zinsen bieten
Spanien hat erstmals seit der Herabstufung durch die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) frisches Geld auf dem Markt eingesammelt - zu höheren Zinsen als zuletzt. Insgesamt platzierte das Land am Donnerstag Anleihen im Volumen von rund 2,5 Milliarden Euro. Das Interesse an den Auktionen war rege, doch Spanien musste einen hohen Preis für die Schuldenaufnahme zahlen.
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.
Ein fünfjähriges Papier warf eine Rendite von fast fünf Prozent ab - zuletzt waren es nur knapp 3,7 Prozent. Eine dreijährige Anleihe wurde mit rund vier Prozent weit höher verzinst als zuletzt mit nur 2,6 Prozent. Standard & Poor’s hatte im April die Kreditwürdigkeit Spaniens weiter herabgestuft und damit neue Sorgen geschürt, dass sich die Schuldenkrise verschärfen könnte.
Weiter große Risiken
Es gebe erhebliche Risiken für das Wirtschaftswachstum und den Haushalt, so die Agentur. Die rege Nachfrage sorgte nun für eine Entspannung auf dem europäischen Rentenmarkt. Aber das hoch verschuldete Land sei noch lange nicht über den Berg, betonten Börsianer. Spanien kämpft mit großen Haushaltsproblemen. Das Land hat für 2012 ein weniger ehrgeiziges Defizitziel als ursprünglich vereinbart in Brüssel durchgesetzt und damit Vertrauen bei den Anlegern verspielt.
„Die drehende Stimmung im Falle Spaniens zeigt sich nun in höheren Renditen. Die Nachfrage ist einstweilen noch da“, sagte Nicholas Spiro von Spiro Sovereign Strategy zu der jüngsten Auktion. Zudem sitzt der Bankensektor nach dem Platzen einer Immobilienblase auf einem Berg fauler Kredite. Die Regierung in Madrid will jedoch nicht wie Nachbar Portugal unter den Euro-Rettungsschirm. Auch Hilfsgelder für den angeschlagenen Bankensektor aus dem Fonds sollen nicht beantragt werden.
Link: