Faule Papiere im Wert von 180 Mrd.
Spanien will seine kriselnden Banken von „faulen Krediten“ befreien. Dazu sollten Auffanggesellschaften geschaffen werden, in die die Geldinstitute ihre Risikopapiere auslagern können, kündigte Wirtschaftsminister Luis de Guindos am Donnerstag in Barcelona an.
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„Die Regierung wird in den kommenden Wochen die Regeln dafür festlegen.“ Das läuft im Grunde auf die Schaffung von „Bad Banks“ hinaus, allerdings meidet Madrid diesen Begriff. Nach Angaben des Ministers befinden sich in den Bilanzen der spanischen Banken unsichere Immobilienkredite in einem Wert von etwa 180 Milliarden Euro. Das schwächt das Vertrauen der Anleger in das spanische Finanzsystem und verschärft die Schuldenkrise.
Bereits davor hatte es von mit den Verhandlungen vertrauten Kreisen geheißen, dass Credit Suisse, Goldman Sachs und UBS in entsprechende Gespräche eingebunden seien: Der spanische Staat erwägt demnach eine „Liquidationsstruktur“ (LS) für Giftpapiere.
Von IWF ermuntert
„Die Idee wird derzeit durchgespielt. Dazu hat auch der Internationale Währungsfonds ermutigt“, sagte Pierre-Yves Bonnet von der französischen Großbank Societe Generale am Mittwoch: „Aber das Ganze ist natürlich eine eminent politische Entscheidung. Damit würde offenbar, dass der Abschreibungsbedarf von vornherein unterschätzt wurde.“
Der Staat hat bereits 18 Mrd. Euro in den Bankensektor gepumpt, Banken zu Abschreibungen und Wertberichtigungen in erheblichem Umfang gezwungen und angeschlagene Geldinstitute unter seine Fittiche genommen. Doch einige Analysten erwarten, dass all das nicht ausreichen wird, da die Immobilienpreise noch um bis zu 30 Prozent fallen dürften. Wirtschaftsminister Luis de Guindos hat jedoch ausgeschlossen, einen Antrag auf internationale Hilfen für den Bankensektor zu stellen.
Holding soll toxische Papiere aufkaufen
Stattdessen will Spanien versuchen, das Problem selbst zu lösen. Mit der „Liquidationsstruktur“ könnten besonders risikoträchtige Vermögenswerte aus den Bilanzen der Banken verschwinden und damit den angeschlagenen Sektor insgesamt stabilisieren. Die Zentralbank sondiert dem Vernehmen nach derzeit Möglichkeiten, wie eine solche Holding die toxischen Papiere bewerten und letztlich auch verkaufen könnte.
Spanien kann sich bei den Bemühungen zur Lösung der Bankenkrise auf die Erfahrungen in Irland und beim Schuldenschnitt Griechenlands stützen. In Irland, wo der gesamte Bankensektor in Schieflage geraten war, halfen Goldman Sachs und Bank of America beim Aufbau der dortigen „Bad Bank“ NAMA. Lazard, Blackstone und BNP Paribas fungierten als Berater bei der Umschuldung in Griechenland.
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