1,6 Mio. Kreuzfahrtpassagiere pro Jahr
Rund 24 Millionen Touristen strömen jedes Jahr nach Venedig. Gegen die jährlich 1,6 Millionen Kreuzfahrtpassagiere regt sich aber schon seit längerem Widerstand in Venedig. Mit dem Unglück der „Costa Concordia“ vor der Insel Ciglio Mitte Februar nahmen die Proteste zu.
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Seit 1997 nahm die Zahl der Kreuzfahrtpassagiere in Venedig um fast 440 Prozent zu. Venedig liegt im europäischen Ranking auf dem vierten Platz der größten Terminals für Kreuzfahrtschiffe. Das verursacht hohe Umweltkosten. Ein Schiff verschmutze die Umwelt wie 14.000 Autos, kritisierte Venedigs Bürgermeister Giorgio Orsoni. Zudem würden die Wellen die Palazzi der Stadt gefährden.

Reuters/Manuel Silvestri
Nach dem „Costa Concordia“-Unglück nahmen die Proteste gegen Kreuzfahrtschiffe in Venedig zu
Kreuzfahrtpassagiere gelten auch nicht wirklich als lukrative Einkommensquelle, da sie als Tagestouristen nicht über Nacht in der Stadt bleiben. Das hatten die Kreuzfahrtgesellschaften noch wenige Wochen vor der Havarie des „Costa Concordia“-Unglücks zurückgewiesen: Die Schiffe entsprächen den internationalen Umweltstandards, und die Passagiere brächten Venedig auch viel Geld.
Zufahrt zu Lagune verbieten
Nach dem Kreuzfahrtschiff-Unglück vor der Toskana änderte sich die Situation. Die italienische Regierung nahm Verhandlungen mit der venezianischen Hafenbehörde auf, um zu verhindern, dass künftig Kreuzfahrtschiffe durch die Lagune fahren.
Auch der italienische EU-Parlamentarier Andrea Zanoni hatte die EU-Kommission aufgefordert, den Zugang großer Schiffe zur Lagune zu verhindern: „Jährlich passieren Hunderte Kreuzfahrtschiffe die Lagune von Venedig, das von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt worden ist. Ein Unfall wie jener der ‚Costa Concordia‘ hätte verheerende Auswirkungen auf Venedig.“
Neuer Hafen geplant
In Venedig soll für rund 30 Millionen Euro ein neuer Hafen für Kreuzfahrtschiffe gebaut werden. Dadurch soll verhindert werden, dass Kreuzfahrtschiffe in relativ kurzer Distanz am Stadtkern vorbeifahren und durch die entstehenden Wellen die Stabilität der Palazzi gefährden.
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