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Synthetische Drogen auf dem Vormarsch

Verbotene Drogen werden zusehends auch über das Internet besonders an junge Menschen verkauft. Der Drogenüberwachungsrat der Vereinten Nationen (INCB) warnte in seinem Jahresbericht 2011, illegale Internetapotheken würden neben Medikamenten inzwischen auch immer mehr Drogen vertreiben.

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Beunruhigend sei besonders, dass die Internetapotheken Soziale Netzwerke nutzten, um ein junges Publikum ins Visier zu nehmen und zur Onlinebestellung zu verführen. „Illegale Internetapotheken haben damit begonnen, Kunden mit Hilfe von Sozialen Netzwerken auf ihre Seiten zu locken“, sagte Hamid Ghodse bei der Vorstellung des Jahresberichts seines Gremiums am Dienstag in Wien.

Über die Sozialen Netzwerke erreichten die illegalen Apotheken ein deutlich größeres und jüngeres Publikum und versuchten, es zu Onlinebestellungen zu verführen. „Das kann ein großes und vor allem junges Publikum dem Risiko des Konsums gefährlicher Produkte aussetzen“, warnte Ghodse. Laut dem Bericht ist das Internet für junge Menschen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren in Europa der drittwichtigste Bezugspunkt für Suchtmittel.

Hauptsächlich aus Indien

Schon 2012 seien 12.000 internationale Postsendungen mit Drogen beschlagnahmt worden. Ein sehr großer Teil dieser Drogen komme aus Indien, von wo 58 Prozent der im vergangenen Jahr beschlagnahmten Substanzen stammten. Wichtige Herkunftsländer seien auch die USA, China und Polen.

Immer häufiger würden die Drogenkartelle versuchen, chemische Drogen wie Amphetamine und andere Aufputschmittel aus nicht verbotenen Bestandteilen herzustellen, hieß es in dem Jahresbericht. Darauf müssten die Regierungen verstärkt achten und entsprechende Verbote erlassen, forderte die Drogenkontrollbehörde der UNO. Laut INCB seien zum Teil synthetisch hergestellte und dadurch meist deutlich billigere Designerdrogen verstärkt auf dem Vormarsch. Bestes Beispiel dafür seien die USA, wo Heroin zuerst von Crack und dieses schließlich von „Crystal Meth“ (Methamphetamin) abgelöst worden sei.

Zunehmender Drogeneinsatz bei Verbrechen

Zugenommen habe auch der Einsatz von Drogen bei Verbrechen wie Vergewaltigungen und Entführungen. Psychoaktive Mittel, sogenannte K.-o.-Tropfen, würden Frauen und Männern heimlich über Getränke verabreicht, um sie sexuell zu missbrauchen. Bisher gebe es zu dem Thema aber kaum belastbare Zahlen, sondern nur Indizien, kritisierte die Organisation. Sie verlangte von den Regierungen, die Entwicklung genauer zu untersuchen.

Weltweit seien Drogenmissbrauch und Drogenhandel zu einem alltäglichen Phänomen geworden, warnte die Kontrollbehörde. Das erzeuge für die häufig betroffenen Randgruppen einen Teufelskreis von Gewalt, organisiertem Verbrechen, Korruption, Arbeitslosigkeit und schlechter Gesundheit. Das gelte für Industrieländer wie auch Entwicklungs- und Schwellenländer. „Solche Bevölkerungsgruppen gefährden nicht nur ihre eigenen Mitglieder, sondern bedrohen auch die Stabilität des gesellschaftlichen Umfelds.“

Mehr Prävention gefordert

Die Kontrolleure forderten: „Jugendliche in diesen Bevölkerungsgruppen haben ein Recht auf Schutz vor Drogenmissbrauch und -abhängigkeit.“ Zwingend nötig seien: Drogenprävention, Behandlung und Rehabilitation, Maßnahmen im Erziehungs-, Arbeits- und Freizeitbereich sowie die Förderung positiver Rollenvorbilder.

Der Internationale Suchtstoffkontrollrat (INCB), so der offizielle Titel, ist das unabhängige Kontrollorgan für die Umsetzung der internationalen Drogenkontrollabkommen der Vereinten Nationen (UNO). In diesem Jahr feiert das Gremium den Abschluss des ersten internationalen Drogenkontrollabkommens vor 100 Jahren auf der Internationalen Opiumkonferenz 1912 in Den Haag.

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