Türkei untersucht Lkws
Mehrere Lieferungen mit Waffen und Munition, die vermutlich für Syrien bestimmt waren, sind kürzlich an unterschiedlichen Orten aufgeflogen. So stoppten türkische Zöllner vier iranische Lastwagen wegen des Verdachts auf eine Lieferung von Militärmaterial nach Syrien. Vor der Küste Zyperns wurde wiederum ein Schiff angehalten, das angeblich Munition aus Russland nach Syrien bringen sollte.
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Türkische Medien berichteten über Hinweise, wonach sich in den am türkisch-syrischen Grenzübergang Öncüpinar beschlagnahmten Lastwagen Sprengstoff und Waffen befinden. Die Ladung wurde zu einer genauen Überprüfung nach Ankara geschickt. Wegen der andauernden Gewalt des Regimes in Damaskus gegen die Opposition duldet die Türkei keine Waffenlieferung nach Syrien mehr.

Google Earth; ORF.at (Montage)
Waffennachschub für Assad über den türkischen Grenzübergang Öncüpinar?
60 Tonnen Munition für Assad?
Der zypriotische Regierungssprecher Stefanos Stefanou sagte dagegen im zypriotischen Rundfunk, das gestoppte Schiff habe nach einer gründlichen Prüfung die Erlaubnis zur Weiterfahrt erhalten. „Sein Ziel wird ein anderer Hafen sein - nicht Syrien“, sagte Stefanou.
Zuvor hatte der libanesische Radiosender Radio Free Libanon berichtet, das Schiff, das aus St. Petersburg gekommen sei, habe 60 Tonnen Munition an Bord gehabt und sei auf dem Weg zum syrischen Hafen Latakia gewesen. Russland ist neben dem Iran der wichtigste Verbündete des Regimes von Präsident Baschar al-Assad. Die Provinz Latakia gilt als Hochburg der Assad-Anhänger. Das Schiff heißt laut zypriotischem Außenministerium „Chariot“ und fährt unter der Flagge von St. Vincent und den Grenadinen. Es lag noch vor kurzem vor Limassol.
Schiff wegen schlechten Wetters in Limassol
Der Kapitän des mit Munition beladenen Schiffes hatte den Hafen von Limassol ursprünglich gar nicht ansteuern wollen. Ein Sturm, durch den er viel Treibstoff verlor, zwang ihn jedoch laut Informationen aus Zypern dazu, mit der „Chariot“ in den Hafen einzulaufen.
Im Außenministerium in Nikosia hieß es inoffiziell, Zypern sei nicht mehr bereit, legale oder illegale Munitionstransporte aufzunehmen. Dazu habe das Land keine Möglichkeiten. Im Juli vergangenen Jahres war es auf Zypern zu einer schweren Explosion beschlagnahmter Munition gekommen, die ebenfalls für Syrien bestimmt war. Bei dem Unglück kamen 13 Menschen ums Leben.
Türkei sorgt sich um Stabilität
Mit Blick auf die zunehmende Militarisierung des Konflikts warnte der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan bereits davor vor einem Bürgerkrieg im Nachbarland. Die Situation bedrohe die Türkei, sagte Erdogan.
Der frühere Verbündete der Regierung in Damaskus hat sich zu einem der schärfsten Kritiker entwickelt und baut nach dem Ausbruch der Revolutionswelle in arabischen Ländern seinen diplomatischen und wirtschaftlichen Einfluss in der Region aus. Allerdings hat die Türkei angekündigt, nicht alleine, sondern nur mit Unterstützung der Vereinten Nationen vorgehen zu wollen.
Assad steht wegen der seit Monaten andauernden Niederschlagung der Protestbewegung auch unter dem Druck der Arabischen Liga: Der Staatenbund hat Beobachter entsandt, um die Einhaltung eines Friedensplan zu überwachen.
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