„Occupy“-Bewegung erlahmt
Die kapitalismuskritische „Occupy“-Bewegung in den USA kämpft mit Auflösungserscheinungen. Zum Teil erlahmt das Engagement, andererseits gehen auch die Behörden inzwischen rigide gegen die Demonstranten vor. Zuletzt räumte die Polizei in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland ein weiteres Protestcamp.
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Es waren nur noch rund drei Dutzend Anhänger der Protestbewegung gegen die Macht des Finanzsektors und soziale Ungerechtigkeiten, die in der Nacht zum Dienstag einen Park im Zentrum der Stadt verlassen mussten, teilten die Behörden mit. Bürgermeisterin Stephanie Rawlings-Blake erklärte, dass die Grünflächen der Stadt nicht als „dauerhafter Campingplatz“ behandelt werden dürften.
Schwindende Beteiligung seit Mitte November
Ausgehend von der Bewegung „Occupy Wall Street“ („Besetzt die Wall Street“) in New York hatten sich die Proteste seit Mitte September auf zahlreiche Städte in den USA und auf andere Länder ausgedehnt. Die US-Behörden schritten zuletzt verstärkt wegen der teils schlechten hygienischen Zustände in den Zeltlagern sowie wegen Sicherheitsproblemen ein.
Mitte November hatte die New Yorker Stadtverwaltung bereits das Protestcamp am Geburtsort der Bewegung im Zuccotti-Park in Manhattan räumen lassen. Auch in San Francisco, Philadelphia und Los Angeles beendeten die Behörden in den vergangenen Wochen die Dauerproteste. Am Wochenende wurde ein Protestcamp in Boston aufgelöst, dabei wurden nach Behördenangaben 46 Menschen festgenommen.
Hafenbesetzung gegen Willen der Arbeiter
Die lose organisierte Bewegung gab sich aber nicht geschlagen. An der Pazifikküste blockierten „Occupy“-Anhänger am Montag mehrere Häfen und brachten dabei den Betrieb teilweise zum Erliegen. Insgesamt beteiligten sich nach Angaben der Organisatoren Tausende Demonstranten von Kalifornien bis Alaska an der Aktion. Zu den betroffenen Häfen gehörten unter anderem Long Beach südlich von Los Angeles, Oakland und Seattle.
Nach Angaben der Organisatoren wollten sich die Demonstranten mit Hafenarbeitern solidarisieren, die von Großunternehmen ausgebeutet würden. Die US-Gewerkschaft der Hafen- und Lagerarbeiter ILWU distanzierte sich jedoch von den Aktionen.
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