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Was Raiffeisen und ÖVAG brauchen

Österreichs Großbanken müssen frisches Kapital suchen: Um die neue Vorgabe einer Kernkapitalquote von neun Prozent bis Ende Juni 2012 zu erfüllen, müssen Raiffeisen Zentralbank (RZB) und Volksbanken AG (ÖVAG) um rund 2,9 Milliarden Euro aufstocken. 1,907 Milliarden Euro entfallen laut den Berechnungen der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) auf die RZB, 972 Millionen Euro auf die ÖVAG.

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Die RZB selbst betrachtet diesen Wert als zu hoch. So sei das von privaten Investoren gezeichnete Partizipationskapital von einer Milliarde Euro nicht berücksichtigt worden, teilte die RZB mit. Ein Ergebnis für den Teilkonzern der RZB, die börsennotierte Raiffeisen Bank International (RBI), habe die EBA nicht ermittelt, das hätte aber einen geringeren rechnerischen Kapitalbedarf ergeben, so die RZB weiter. Die im Juli publizierten „Stresstest“-Ergebnisse hätten die RBI als gut kapitalisiert ausgewiesen. Als Ergebnis der Stressannahme habe die Kernkapitalquote 7,8 Prozent betragen.

RZB verzichtet vorerst auf Staatshilfe

Aus heutiger Sicht werde der RZB-Konzern für den zusätzlichen Kapitalbedarf keine staatliche Hilfe benötigen. Die RZB werde alle nötigen Maßnahmen ergreifen, um den neuen Anforderungen zu entsprechen. Der RZB-Konzern habe kein Griechenland- und Irland-Sovereign-Exposure und ein geringes Exposure gegenüber Italien, Spanien und Portugal.

ÖVAG: Maßnahmen bereits eingeleitet

Von der ÖVAG wird darauf verwiesen, dass es sich um eine „vorläufige“ Größe handle, die sich noch ändern könnte. Die Bank werde das gemeinsam mit den Aufsichtsbehörden nochmals überprüfen. Die Bank arbeite daran, durch Maßnahmen wie den Rückzug aus dem CEE-Geschäft den Kapitalbedarf zu realisieren, betonte Generaldirektor Gerald Wenzel.

Die ÖVAG will sich künftig auf ihr Kerngeschäft in Österreich konzentrieren. „Zudem werden wir uns mittelfristig aus manchen Geschäftsfeldern zurückziehen und uns stärker auf das originäre Geschäft einer genossenschaftlichen Bank und somit auf das traditionelle Bankgeschäft in Österreich fokussieren.“

Der Erfolg der verschiedenen Projekte werde aber auch „abhängig vom Markt“ sein, sagte ÖVAG-Sprecher Walter Gröblinger. Auf Aussagen, ob die ÖVAG erneut auf Staatshilfe zurückgreifen müsse, wollte sich Gröblinger nicht festlegen. „Wir machen bis zum 30. Juni 2012 unsere Hausübungen, dann werden wir uns das anschauen.“

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