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Theatergebäude detailgenau nachgebaut

Der originalgetreue Nachbau des Londoner Globe Theatre - Kulisse des neuen Shakespeare-Films „Anonymus“ von Hollywood-Regisseur Roland Emmerich - sollte eigentlich zu einem echten Theater werden. Der Regisseur schenkte die dreistöckige Holzkonstruktion der Berliner Shakespeare Company - diese konnte jedoch nach langem Tauziehen um Käufer oder Sponsoren die Ab- und Aufbaukosten nicht aufbringen.

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Ende Juli wurden die Kulissen bei eBay für nur 11,50 Euro versteigert - der neue Besitzer war jedoch nicht in der Lage, das Holztheater kurzfristig wegzuschaffen, und so drohte der Konstruktion sogar die Zerstörung. Emmerich schaltete sich erneut ein, um den Bau zu retten. Dieser ist dem historischen elisabethanischen Theater in London nachempfunden, in dem der englische Dramatiker William Shakespeare (1564-1616) seine Stücke aufführte.

Theater im Vergnügungsbezirk Londons

Das ursprüngliche Globe-Theatre wurde 1599 im Vergnügungsviertel Londons errichtet, wo sich neben Theatergebäuden auch Tierhatzarenen und Wirtshäuser aneinanderreihten. Das Globe wurde - wie damals üblich - von einer Schauspieltruppe erbaut und geleitet, die sich nach ihrem Schirmherren benannte: The Lord Chamberlain’s Men (später umbenannt in The King’s Men).

Shakespeare gehörte als Hausdichter und Miteigentümer zum Unternehmen, und fast alle seine Stücke - wie auch die anderer Zeitgenossen - wurden im Globe uraufgeführt.

Opfer der Flammen

1613 wurde das Theater durch ein Feuer vernichtet: Eine während der Aufführung von Shakespeares Historiendrama „Heinrich VIII.“ abgefeuerte Kanone setzte das strohgedeckte Dach und in der Folge das ganze Holzgebäude in Brand. Kurz darauf wurde es massiver, mit Ziegeldach, wieder aufgebaut.

Fast dreißig Jahre später wurde das Theater wie auch alle anderen Vergnügungsstätten des Landes geschlossen: Unter der puritanischen Regierung herrschte von 1642 und 1660 ein strenges Theaterverbot. Das Globe wurde 1644 abgerissen - und damit vergessen, bis 1989 Reste des Fundaments wiederentdeckt wurden.

Ein „hölzernes O“

Trotz der unzähligen Studien, Zeichnungen und der Fundamente ist das genaue Aussehen des Globe bis heute noch nicht in allen Einzelheiten bekannt. Wie ein „hölzernes O“ habe das Gebäude jedenfalls ausgesehen ist überliefert. Es handelte sich um einen runden oder achteckigen Fachwerkbau, mit drei Galerien und rund 30 Meter Durchmesser.

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