Aussichten negativ
Die Ratingagentur Moody’s hat erneut die Kreditwürdigkeit großer italienischer Banken und Konzerne herabgestuft. Dabei wurde auch das Langfristrating der UniCredit-Tochter Bank Austria von „A1“ auf „A2“ gesenkt. Die Aussichten seien negativ, hieß es in einer Aussendung am Donnerstag.
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Erst am Dienstag hatte Moody’s die Kreditwürdigkeit Italiens angesichts der Skepsis auf den Finanzmärkten deutlich herabgestuft. Die Einstufung werde von „Aa2“ auf „A2“ gesenkt bei einem negativen Ausblick, teilte die Ratingagentur mit. Damit folgte Moody’s dem Vorbild der Ratingagentur Standard & Poor’s, die diesen Schritt bereits im September unternommen hatte.
Schlechte Noten für italienische Unternehmen
Neben der Bank Austria wurden auch die Ratings der beiden größten italienischen Banken Intesa Sanpaolo und UniCredit gesenkt. Die Note für beide Institute reduzierte die Agentur auf „A2“ von zuvor „Aa3“. Auch die Kreditwürdigkeit staatlich kontrollierter Industriekonzerne wie ENI und ENEL schätzte Moody’s niedriger ein. Die Agentur hatte erst am Dienstag italienische Staatsanleihen deutlich herabgestuft.
Der Konzernchef der italienischen Bank-Austria-Mutter UniCredit, Federico Ghizzoni, zeigte sich über die Entwicklung in seiner von der gewaltigen Verschuldung schwer belasteten Heimat Italien optimistisch. „Italien hat große Ressourcen und muss sie bestens verwenden, um einen Ausweg aus der Krise zu finden.“
Doch kein neuer „Stresstest“
Auch wenn sich Ghizzoni zuversichtlich zeigte, die Situation für Europas Banken spitzt sich immer mehr zu. Die französisch-belgische Großbank Dexia, die nach Verlusten in Griechenland ins Trudeln gekommen war, wird nun offenbar zerschlagen. Kunden zogen bereits Millionen ab. Das Misstrauen der Banken untereinander ist so groß wie lange nicht.
Die Europäische Bankenaufsicht (EBA) dementierte am Donnerstag aber einen Bericht der „Financial Times“ („FT“), die Aufsicht führe wegen der aktuellen Liquiditätsengpässe einen neuen „Stresstest“ durch. Die EBA sehe sich die Kapitalpositionen der Banken aber an, hieß es vonseiten der EBA. Die „FT“ hatte zuvor berichtet, die Behörde prüfe ein Szenario, in dem die Institute einen Schuldenschnitt bei den Staatsanleihebeständen vornehmen müssen. Dabei könne möglicherweise ein Kapitalbedarf von bis zu 200 Mrd. Euro in der gesamten Branche ans Tageslicht kommen.
Folgen von Griechenland berücksichtigen
Die Behörde sei gleichzeitig an Gesprächen mit Regierungsbeamten darüber beteiligt, mit welchen Mitteln die Banken zu einer Rekapitalisierung gezwungen werden könnten, damit sie für staatliche Zahlungsausfälle gewappnet sind. Die „Financial Times“ zitierte ranghohe Beamte mit der Aussage, die EBA sei angewiesen worden, für jedes einzelne Land den Kapitalbedarf der Banken im Falle einer Umschuldung Griechenlands zu ermitteln.
Staatshilfe für Banken verlängert
Auch in Österreich wird bereits an einer indirekten Bankenhilfe gebastelt. So sollen die heimischen Institute ihre Staatshilfen Insidern zufolge später zurückzahlen dürfen als geplant. Das staatliche Kapital soll den Instituten in den kommenden Monaten angesichts der unabsehbaren Folgen der Griechenland-Krise als Puffer dienen.
"Es ist ratsam, das Geld zu behalten und auf bessere Zeiten zu warten“, zitierte die Nachrichtenagentur Reuters einen Insider. Auch die EU-Finanzminister hatten bei ihrem Treffen am Dienstag auf eine stärkere Kapitalisierung der Banken gedrungen, um die Institute für eine neuerliche Krise zu rüsten.
Behörden gehen auf Nummer sicher
In Österreich gibt es den Insidern zufolge zwar keine unmittelbaren Krisenfälle wie Kommunalfinanzierer Dexia, der durch sein hohes Griechenland-Engagement unter Druck geraten war. Die Behörden wollen vor einer Rückzahlung des Partizipationskapitals dennoch auf Nummer sicher gehen, sagte ein Sprecher des Finanzministeriums. „Weder bedrängen wir jemanden, dass er es zurückzahlt, noch bedrängen wir jemanden, dass er es länger behält“, sagte er. „Allerdings muss es von der Aufsicht abgesichert sein, dass eine Rückzahlung keine Probleme verursacht.“
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