„Heute“, „Österreich“ und „Krone“
Die Tageszeitungen „Heute“, „Österreich“ und „Kronen Zeitung“ profitieren laut dem aktuellen Werbebarometer der Agentur Media Focus Research in besonderem Maße von den Werbeumsätzen der politischen Parteien, öffentlichen Institutionen und politnahen Unternehmen. Das sagten die beiden Geschäftsführer der Agentur, Klaus Fessel und Josef Leitner, am Montag.
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.
Demnach wird die Gratiszeitung „Heute“ bei politischen Werbeaktivitäten dreimal stärker genutzt, als das kommerzielle Werber tun. Prozentuell kann „Heute“ bei der kommerziellen Werbung unter den Tageszeitungen einen Anteil von 5,1 Prozent verbuchen, bei den Politik-Werbeaktivitäten hält die Zeitung hingegen 15,5 Prozent. Insgesamt hält „Heute“ unter den Tageszeitungen einen Anteil an den Werbeumsätzen von 6,4 Prozent, wie das aktuelle Werbebarometer zeigt.
Überproportional viel Politwerbung
Die Tageszeitung „Österreich“ hält 10,5 Prozent am gesamten Tageszeitungswerbekuchen. Bei der kommerziellen Werbung kommt das Blatt auf 9,9 Prozent, bei Werbeumsätzen aus Parteiwerbung, öffentlichen Institutionen und politiknahen Unternehmen auf 15,1 Prozent - also der knapp eineinhalbfache Wert. Auch bei der „Kronen Zeitung“ liegt der Werbeumsatz aus Politik-Werbeaktivitäten mit 26 Prozent laut Focus über jenem aus der kommerziellen Werbung (22,6 Prozent). Insgesamt hält die „Krone“ mit 23 Prozent unter den Tageszeitungen den größten Anteil bei den Werbeumsätzen.
Überall sonst mehr kommerzielle Werbung
Bei allen anderen Tageszeitungen liegt der Anteil an kommerzieller Werbung über jenem an politischen Werbeaktivitäten. Auf den „Kurier“ etwa entfallen auf kommerzielle Werbung 11,1 Prozent der Umsätze, auf Politik-Werbeaktivitäten 9,1 Prozent (gesamt 10,9 Prozent). Die aktuelle Diskussion über Regierungsinserate sei daher „nicht unberechtigt“, meinte Leitner angesichts der Daten. Die Anteile von Werbeaktivitäten der Politik bzw. der politiknahen Bereiche seien jedenfalls „mitnichten“ klein, sagte der Focus-Geschäftsführer.
Martina Hörmer, die Präsidentin der International Advertising Association (IAA Österreich), sagte anlässlich der aktuellen Debatte über Regierungsinserate, sie halte eine Diskussion über ein mögliches Verbot derselben für „völlig verfehlt“. Zwar sei es keine Frage, dass Meinung nicht käuflich sein dürfe, so die Präsidentin des Dachverbands der österreichischen Werbewirtschaft. „Aber Information - gerade durch Werbung - ist lebenswichtig für jedes demokratische System“, erklärte sie per Aussendung.
Link: