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„Keine besondere Hilfe verlangt“

Das hoch verschuldete Italien sucht Hilfe in China. Bei Gesprächen mit chinesischen Investoren in der vergangenen Woche sei es aber lediglich um industrielle Beteiligungen gegangen, nicht etwa um den Kauf von Staatsanleihen, wie der im Wirtschaftsministeirum tätige Staatssekretär Antonio Gentile am Dienstag betonte.

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Wir haben keine besondere Hilfe von China verlangt", versicherte Gentile italienischen Medienberichten zufolge. „Die Nachfrage nach Staatsanleihen läuft gut.“

Gespräche bestätigt

Ein Sprecher von Finanzminister Giulio Tremonti hatte zuvor bestätigt, dass dieser in der vergangenen Woche in Rom mit einer chinesischen Delegation zusammengetroffen sei, zu der auch der Chef des chinesischen Investmentfonds CIC, Lou Jiwei, gehörte. Das chinesische Außenministerium erklärte lediglich, die Regierung in Peking vertraue Europa bei der Bewältigung der Schuldenkrise. Die Volksrepublik hoffe, dass Europa die chinesischen Investitionen in der Region bewahren könne.

Die „Financial Times“ („FT“, Dienstag-Ausgabe) hatte zuvor gemeldet, Italien habe China um den Ankauf von Staatsanleihen im großen Stil gebeten. Den Angaben zufolge traf der Vorsitzende der China Investment Corp. - eines der weltweit größten Investmentfonds -, Lou Jiwei, in der vergangenen Woche mit Tremonti zusammen. Auch die italienische Nachrichtenagentur ANSA berichtete von dem Treffen.

China an „Familienjuwelen“ interessiert

„China interessiert sich für die Familienjuwelen: Es will in den Umweltsektor investieren, in neue Technologien und vor allem in Mode und Haushaltsdesign“, sagte der Mailänder Wirtschaftsprofessor Giuliano Noci der Nachrichtenagentur AFP. Peking habe einen Großteil seiner Währungsreserven in Dollar angelegt und suche nun nach weiteren Anlagemöglichkeiten in Euro auch in Italien.

120 Prozent Staatsverschuldung

Italien ist nach Griechenland innerhalb der Euro-Zone das Land mit der höchsten Staatsverschuldung. Im laufenden Jahr erwarten Experten einen Anteil der Verschuldung von 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Der Maastricht-Vertrag sieht eine Schuldenobergrenze eines Mitgliedslandes der Euro-Zone von 60 Prozent des BIP vor.

Um seine Schulden in den Griff zu bekommen, sind derzeit in Italien umfangreiche Sparmaßnahmen in Planung. Laut Finanzstaatssekretär Alberto Giorgetti sollen die Verhandlungen in den nächsten Tagen intensiviert werden. Gegenstand der Beratungen sei dann auch, was die Regierung tun könne, um die Wirtschaft anzukurbeln. „Die erste große Frage ist Wachstum“, sagte Giorgetti. „Das ist ein Thema auf der Agenda.“ Das von der Regierung bereits beschlossene und vom Senat verabschiedete Sparpaket soll im Lauf der Woche auch im Abgeordnetenhaus verabschiedet werden. Das 54 Mrd. Euro schwere Paket sieht einen ausgeglichenen Haushalt bis 2013 vor.

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