Mit Gottes Hilfe ins Weiße Haus?
Niemand in den USA sorgt sich derzeit radikaler um die Staatsfinanzen als die „Tea-Party“-Bewegung, und im Kongress ist die republikanische Abgeordnete Michele Bachmann die Galionsfigur dieser erzkonservativen Gruppe. Die bekennende Christin gab Ende Juni offiziell ihre Kandidatur für die republikanischen Vorwahlen für die Präsidentschaftswahl 2012 bekannt.
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„Über jede Entscheidung, die ich treffe, bete ich zu Gott - genau wie mein Ehemann -, und ich kann Ihnen sagen: Ja, ich habe diesen Ruf gehört“, so Bachmann in einem TV-Interview mit Iowa Public Television vor Bekanntgabe ihrer Kandidatur auf die Frage, ob sie sich für das höchste Amt im Staat berufen fühle. Es sei eine bedeutende Entscheidung, nicht nur für sie selbst, sondern auch für ihren Mann und ihre gemeinsamen 28 Kinder. Bereits 2009 hatte Bachmann zu Spekulationen, ob sie 2012 für das Präsidentschaftsamt kandidieren werde, gesagt: „Wenn ich fühle, dass es das ist, wofür Gott mich vorgesehen hat, würde ich es tun.“
Serienmörder als Vorbild genannt
Bachmann erklärte versehentlich einen Serienmörder zu ihrem Vorbild. Nach ihrem Wahlkampfauftakt in ihrem Geburtsort Waterloo im Bundesstaat Iowa berichtete Bachmann dem TV-Sender Fox News am Montag stolz, dass auch John Wayne aus dieser Stadt stamme. „Das ist die Art von Geist, die auch in mir steckt“, sagte sie und meinte damit den freiheitsliebenden Western-Helden.
US-Medien zufolge stammt der Schauspieler Wayne aber aus Winterset in Iowa, einige Stunden Autofahrt von Waterloo entfernt. Dagegen lebte ein anderer John Wayne mehrere Jahre lang in Waterloo, John Wayne Gacy - der in der 70er Jahren mehr als 30 Kinder und junge Männer ermordete und 1994 in Illinois hingerichtet wurde.
Fünf Kinder und 23 Pflegekinder
Bachmann ist Abgeordnete im Repräsentantenhaus und gilt als der neue Star am „Tea-Party“-Himmel, auch wenn sie in den meisten Umfragen noch hinter der „Tea-Party“-Ikone und Ex-Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin liegt. Im Kongress vertritt Bachmann konservative Positionen. Als Lightversion von Palin wird ihr aber zugetraut, breitere Wählerschichten anzusprechen. Wie Palin repräsentiert sie das Bild der Frau aus der Mittelschicht, die sich und ihre Großfamilie durch harte Zeiten bringt. Wie Palin hat Bachmann fünf Kinder, sie versorgte außerdem 23 Pflegekinder. Und wie Palin war Bachmann bisher häufig mit eher obskuren Aussagen aufgefallen.
Bürger sollen „gefährlich und bewaffnet“ sein
2009 sagte Bachmann, gegen eine Energiesteuer sollten die Bürger kämpfen, und dafür müsse man gefährlich und bewaffnet sein. Erst auf Nachfrage sagte sie, das sei metaphorisch gemeint gewesen, man müsse mit Wissen bewaffnet sein. Auch die Aussage, CO2 sei nicht gefährlich, sondern natürlich und daher harmlos, brachte ihr in den USA eher Kopfschütteln ein.
2008 hatte Bachmann eine Untersuchung gegen antiamerikanische Aktivitäten im Kongress gefordert und wollte dabei Barack Obama durchleuchtet wissen. Den Präsidenten verdächtigte sie, Jugendliche indoktrinieren und gar in Umerziehungslager stecken zu wollen, indem er AmeriCorps, ein freiwilliges Programm ähnlich dem Zivildienst, ausbaut.
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