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Kleine werden auf Linie gebracht

Sommercamps haben in den USA eine lange Tradition. Dieser schließt sich nun auch der ultrakonservative Ableger der Republikaner, die „Tea-Party“, an. Die Vorfeldorganisation Tampa 912 Project bietet diesen Sommer einwöchige Seminare für Kinder über die Grundfesten der USA, wie sie die „Tea-Party“ sieht, an.

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Den Acht- bis Zwölfjährigen sollen dabei die Prinzipien der Bewegung verinnerlicht werden, wie die „St. Petersburg Times“ in Florida schreibt. Zu den Lehrsätzen gehören etwa „Amerika ist gut“, „Ich glaube an Gott“ und „Ich arbeite hart für das, was ich habe, und werde es nur mit dem teilen, mit dem ich es teilen will. Die Regierung kann mich nicht zwingen, mildtätig zu sein.“

„Schulen sind politisch überkorrekt“

Organisiert wird das Sommercamp von dem konservativen Schriftsteller Jeff Lukens, seine Mannschaft besteht aus Freiwilligen des 912-Projekts. „Wir wollen unsere Kinder daran teilhaben lassen, worum es bei unserer Nation geht und was ihnen darüber gesagt oder nicht gesagt wird“, so Lukens im Interview. Er sei nicht mit den Lehrplänen von Schulen vertraut, so Lukens in der Zeitung weiter. „Aber ich weiß, dass sie politisch überkorrekt sind. Wir sind gläubige Menschen, und wenn man über Naturgesetze spricht, muss man auch über Gott sprechen. Nimmt man diesen Teil aus der Diskussion heraus, verfehlt man das Ganze“, so der bekennende religiöse Hardliner.

Zuckerln wertvoller als Papiergeld

Das Sommercamp, die Tampa Liberty School, orientiert sich auch an den religiösen Ferienlagern und Wochenendbibelschulen. Diese verwenden Spaß und Spiele für die Vermittlung christlicher Werte. In der Tampa Liberty School sieht das dann folgendermaßen aus. Die Kinder können bei Spielen eingepackte Zuckerln gewinnen, die den Goldstandard des Dollars, von dem die USA längst abgerückt sind, symbolisieren. Am nächsten Tag können sie bei „Bankern“ diese Zuckerln gegen Papiergeld eintauschen. Mit dem Papiergeld können sie immer weniger und weniger kaufen, der Wert der Zuckerln bleibt allerdings stabil.

In Kreisen der Rechten gilt der Goldstandard immer noch als Nonplusultra der Währungssicherheit des Dollars. Teile der Organisation fordern auch eine Wiedereinführung des Goldstandards. Einige Kinder würden das dann verstehen und die Zuckerln nicht umtauschen, andere müssten diese Lehre auf dem harten Weg, eben durch den Kaufkraftverlust des Papiergeldes - und von Zuckerln - lernen.

Europa ist dunkel und karg

Ein anderes Spiel widmet sich der „Alten Welt“. Die Kinder müssen schweigend in einem kargen und finsteren Raum, der Europa symbolisiert, sitzen, wie die „St. Petersburg Times“ schreibt, um dann durch einen Hindernislauf in einen hellen, mit Ballons und Girlanden geschmückten Partyraum zu kommen, der die USA symbolisiert. Bei ihrem Eintreffen werde dann auch rot-weiß-blaues - die Farben der US-Flagge - Konfetti gestreut. Nachher müssen die Kinder allerdings die Konfetti wieder wegräumen, damit sie lernten, dass Freiheit mit Verantwortung einhergehe, erklärt Lukens das Spiel.

Freie Werte via Seifenblasen

In einer ebenfalls an ein Partyspiel erinnernden Aufgabe sollen alle Kinder Seifenblasen aus einem gemeinsamen Gefäß mit Seifenlösung machen. Die Blasen werden dann mit Spritzpistolen in einer Anordnung, die den Sozialismus symbolisieren soll, abgeschossen. Die Kinder müssen mitzählen, wie viele Blasen sie abgeschossen haben. In einem zweiten Durchgang bekommt jedes Kind eine Flasche mit der Seifenlösung und soll die eigenen Blasen abschießen.

Kritiker: Nichts mit amerikanischen Werten zu tun

„Sie werden dabei herausfinden, dass sie viel mehr machen können mit dieser individuellen Freiheit“, so Lukens. Bei Erfolg des Sommerlagers soll dieses auf andere US-Bundesstaaten ausgeweitet werden.

Kritiker sehen in dem „Tea-Party“-Camp allerdings etwas anderes: die Indoktrinierung der Kinder. Mit dem Schwarz-Weiß-Denken in den Spielen sollen sie auf Linie gebracht werden, so der Tenor. Der verquere Geist der „Tea-Party“ würde die Kinder glauben machen, dass dumme Goldstandardspiele und Lektionen über Selbstsucht etwas mit der amerikanischen Verfassung und den amerikanischen Werten zu tun hätten, so Ian Milhiser auf der Website Thinkprogress.

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