Rekruten für „heiligen Krieg“ gesucht
Ein 21-jähriger Österreicher ist ins Visier der deutschen Behörden geraten. Er wird verdächtigt, die islamistische Terrorgruppe Deutsche Taliban Mudschaheddin (DTM) zu unterstützen. Am Freitag erließ der deutsche Bundesgerichtshof (BGH) auf Antrag der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe Haftbefehl gegen den 21-Jährigen.
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Maqsood L. wird laut Bundesanwaltschaft dringend verdächtigt, im Auftrag der DTM Rekruten für den „heiligen Krieg“ sowie Geldspender gesucht zu haben. Er wurde bereits am 16. Mai in Berlin aufgrund eines Europäischen Haftbefehls der österreichischen Justizbehörden „wegen eines anderen Tatvorwurfs“ verhaftet, berichtete die dpa. Vom österreichischen Außenministerium gibt es dazu noch keine Stellungnahme.
Der 21-Jährige soll insgesamt rund 1.000 Euro für die Terrorgruppe gesammelt haben. Die Anklagebehörde wirft ihm deshalb die Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung vor.
Auch Deutschland im Visier
Die DTM setzen sich aus deutschen und deutschsprachigen Mitgliedern zusammen. Der deutsche Islamist Eric Breininger, der vor einem Jahr bei einem Gefecht getötet wurde, trat auch als Sprecher der DTM auf. Immer wieder tauchen die DTM auch als Splittergruppe der bekannteren Islamischen Dschihad-Union (IJU) auf, aber die genauen Beziehungen untern den Organisationen sind unklar. Die DTM wollen in Afghanistan eine islamisch-fundamentalistische Gesellschaftsordnung errichten.
Sie verüben laut Bundesanwaltschaft Anschläge auf afghanische und pakistanische Regierungstruppen und auch auf Mitglieder der internationalen NATO-Schutztruppe ISAF. Wegen der Beteiligung der deutschen Bundeswehr an dem Militäreinsatz der NATO geriet auch Deutschland ins Visier der Gruppe.
Keine Entwarnung in Deutschland
In Deutschland werden immer wieder mutmaßliche Terrorverdächtige verhaftet. zuletzt wurden im Mai drei mutmaßliche Al-Kaida-Mitglieder in Nordrhein-Westfalen festgenommen. Sie planten, einen mit Metallteilen versetzten Sprengsatz in einer Menschenmenge zu zünden. Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) warnte, die Terrorgefahr in Deutschland sei nach wie vor hoch. Er verlangte erneut die Verlängerung der Anti-Terror-Gesetze, die Anfang kommenden Jahres auslaufen.
Die Koalition streitet derzeit über eine Verlängerung der bis Anfang 2012 befristeten Anti-Terror-Gesetze, die dem Verfassungsschutz und den Nachrichtendiensten besondere Auskunftsrechte einräumen, zum Beispiel über Bankdaten oder Flugpassagiere. In FDP-Kreisen wird darauf hingewiesen, dass diese Regelungen nichts mit den 2009 geschaffenen Kompetenzen des Bundeskriminalamts zur Abwehr von Gefahren des internationalen Terrorismus zu tun haben.
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