„Die Energie ist toll“
Die heranziehenden Gewitterwolken haben dem bunten Treiben am 19. Life Ball am Samstagabend im Wiener Rathaus keinen Abbruch getan. Im Unterschied zum Wolkenbruch im letzten Jahr ging die Eröffnung des heurigen Balls, der im Reigen der Elemente unter dem Motto „Luft“ stand, ohne Pannen vonstatten.
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Die Besucher hielten sich bei ihrer Kostümwahl auch größtenteils an das von Organisator Gery Keszler vorgegebene Motto, die Stargäste gaben unzickenhaft Interviews und „Pornojäger“ Martin Humer zog nach nur kurzer Zeit gemeinsam mit zehn Mitstreitern seiner „Anti-Life Ball“-Demo vor dem Burgtheater wieder ab. „Die Energie ist toll“, fasste Popsängerin Janet Jackson gegenüber der APA zusammen.
Fantasievolle Kostüme entsprechend dem Motto
Mögen die Kostüme auf dem Life Ball inzwischen eine eigene, sich jedes Jahr wiederholende Ästhetik haben, so gaben sich viele Besucher dennoch die Mühe, das heurige Motto „Luft“ in ihre Kostümwahl einzubinden. So sah man auf dem roten Teppich sexy Piloten, laszive Regenbögen und jede Menge gefallene Engel.

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Schrille Kostüme wie jedes Jahr
Einer scherte sich allerdings gar nicht um irgendwelche Dresscodes und kam im Frack. „Das ist Teil des Dresscodes“, sagte Tanzlehrer Thomas Schäfer-Elmayer, der für die Eröffnungschoreographie mitverantwortlich war. Die Selbstinszenierung der Gäste bekam sogar Segen von einem Profi. „Sie machen es okay, es geht hier aber auch darum, Spaß zu haben“, so der Catwalk-Coach der Fernsehsendung „Germany’s next Topmodel“, Jorge Gonzalez - mehr dazu in oe3.ORF.at.
Begeisterte Promis
Auch die anderen Promis waren durchwegs begeistert. „Es ist riesig“, meinte die Ehefrau von Bruce Willis, das Model Emma Willis. Sie selbst kam im züchtigen schwarzen, selbst gemachten Kleid. „Ich bin extrem schüchtern“, sagte sie. Party war für Willis vorerst keine in Sicht. „Ich wünschte, es wäre so. Ich muss aber etwas auf der Bühne machen“, meinte sie.
Den größten Trubel gab es um Janet Jackson. Abgeschirmt von Bodyguards kämpfte sie sich von Interview zu Interview und danach Richtung Bühne. Man könne gar nicht genug tun, um das öffentliche Bewusstsein auf die Aids-Problematik zu lenken, wiederholte die Sängerin ihre Aussage aus einer Pressekonferenz am selben Tag.

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Sängerin Janet Jackson bei der Balleröffnung
Pop und Händel
Das Wetter hatte bis kurz vor der Eröffnung gehalten, der befürchtete Wolkenbruch war ausgeblieben. Auch ein anderer störender Einfluss am Life Ball fiel heuer ruhig aus. „Pornojäger“ Martin Humer brach seine Demonstration um 18.00 Uhr vorm Wiener Burgtheater nach kurzer Zeit wieder ab. Laut Polizei waren zehn Personen gekommen.
Die Eröffnung bot die bereits traditionelle opulente Inszenierung. Neben Pop-Acts - darunter Österreichs Song-Contest-Teilnehmerin Nadine Beiler im Duett mit Geiger Julian Rachlin und dem HIV-positiven ehemaligen Sänger von Frankie Goes To Hollywood, Holly Johnson - bekam das Publikum zu Beginn der Feier heuer auch die Miniversion einer Händel-Opfer inklusive barocken Bühnenzaubers mit Engeln und Göttern präsentiert.
Johnsons berührende Ballade „The Power of Love“ war einer der absoluten Höhepunkte der Show. Johnson präsentierte im 30-jährigen Rückblick das Jahr 1991, in dem bei dem Sänger HIV diagnostiziert wurde. Zwei Jahre später machte er seine Krankheit öffentlich - mehr dazu in wien.ORF.at.
Prominente Redner erinnern an prominente Opfer
Die Ansprachen bei der Eröffnung hatten den 30. Jahrestag der Entdeckung des HI-Virus als zentrales Thema. Ein Defilee an Prominenten, von Ex-US-Präsident Bill Clinton abwärts, erinnerte in Ansprachen - eine Rede für jedes seither vergangene Jahr - an die Erfolge und Misserfolge im Kampf gegen die Krankheit und an die zahlreichen prominenten Opfer, die die Krankheit in den letzten 30 Jahren forderte.
Den Abschluss der Eröffnung bildete wie immer die traditionelle Modeschau, heuer ausgerichtet vom kanadischen Zwillingsbruder-Designerduo Dsquared2. Wie immer teilten sich dabei professionelle Models mit Prominenten den Laufsteg. Danach schließlich, kurz vor Mitternacht, stand einer rauschenden Ballnacht bis in die Morgenstunden nichts mehr im Weg - mehr dazu in wien.ORF.at.
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