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„Kämpfen als Partner“

Pakistan hat im Streit über eine Befragung der Witwen von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden durch US-Ermittler eingelenkt. Natürlich werde das erlaubt, sagte Innenminister Rehman Malik dem US-Sender CNN auf eine entsprechende Frage. „Wir haben keine Einwände dagegen, diese Information mit ihnen (den USA, Anm.) zu teilen.“

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Auf die Frage, ob Pakistan erwogen habe, den Zugang zu verweigern, sagte Malik in dem in der Nacht auf Mittwoch veröffentlichten Interview: „Warum sollten wir das tun? Wir kämpfen einen Krieg als Partner.“

Der Sender CBS hatte am Dienstag über eine Vereinbarung berichtet, wonach US-Beamte die Frauen persönlich vernehmen und nicht nur Fragen einreichen dürfen. Pakistanische Regierungsstellen erklärten aber danach, es sei noch nichts entschieden. „Die USA haben bisher nicht offiziell beantragt, Zugang zu Bin Ladens Witwen zu bekommen“, sagte Außenstaatssekretär Salman Bashir am Dienstag. „Wir werden das Thema erwägen, wenn sie einen formalen Antrag stellen.“

Frauen aus Saudi-Arabien und dem Jemen

US-Angaben zufolge stammen zwei der Frauen aus Saudi-Arabien, eine aus dem Jemen, berichtete CNN. Die Ehefrauen waren während der Erstürmung von Bin Ladens Anwesen vor einer Woche festgenommen worden und befinden sich in pakistanischem Gewahrsam. Der Sprecher des Weißen Hauses, Jay Carney, hatte zuvor gesagt, die USA seien „sehr interessiert daran, Zugang zu den drei Ehefrauen (...) zu erhalten, ebenso zu Informationen und Material, das Pakistan sammelte, nachdem die US-Soldaten abgezogen waren“. Die USA „hoffen und erwarten“, in diesen Fragen voranzukommen.

15 Familienmitglieder in Gewahrsam

Nach der Tötung von Bin Laden sind 15 Mitglieder seiner Familie in Gewahrsam der pakistanischen Sicherheitskräfte und werden vom Geheimdienst ISI verhört - unter ihnen zahlreiche Kinder Bin Ladens und eben auch drei Witwen. Ihre Aussagen sollen Aufschluss über Bin Ladens Leben und die Verzweigungen von Al-Kaida geben.

Die jüngste von Bin Ladens Frauen ist die 28-jährige Jemenitin Amal Ahmed Abdelfattah. Sie wurde bei dem Angriff auf Bin Laden verletzt. Mit ihr war der Al-Kaida-Chef seit dem Frühling 2000 verheiratet. Diese arrangierte Heirat war auch bei einigen Familienmitgliedern umstritten, war sie doch jünger als einige Kinder Bin Ladens. Zuvor hatte Amals Familie keine Verbindungen zu Al-Kaida. Bin Laden soll mit fünf Frauen insgesamt 20 Kinder gezeugt haben.

Nach Aussage von Amal verließ Bin Laden das Haus in Abbottabad in den vergangenen fünf Jahren nicht. Zuvor verbrachte seine Familie zweieinhalb Jahre in einem Dorf im Norden Pakistans. Demnach verließ Bin Laden die Grenzregion zu Afghanistan bereits zwischen 2003 und 2004 und zog - ohne beunruhigt zu sein - in die urbaneren Regionen im nördlichen Pakistan.

„Favoritin“ Bin Ladens

Auch die zwei Witwen Umm Hamsa und Umm Chaled, beide aus Saudi-Arabien, die zahlreiche Details über das Terroristennetzwerk kennen sollen, wollen die USA befragen. Der älteste Sohn von Umm Chaled und Bin Laden, Chaled, wurde bei dem US-Angriff getötet.

Vor allem Umm Hamsa galt als „Favoritin Bin Ladens aufgrund ihres Wissens in islamischer Wissenschaft“, sagte Al-Kaida-Mitglied Nasser al-Bahri laut der französischen Tageszeitung „Le Figaro“. Bin Laden soll die heute 62-jährige Umm Hamsa regelmäßig konsultiert haben. Laut Bahri war Umm Hamsa, obwohl sie mit Bin Laden nur ein Kind hatte, „ein bisschen die Mutter aller Dschihadisten“. Sie soll bei Eheschwierigkeiten geholfen und alle Kindern Bin Ladens den Koran gelehrt haben.

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