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Hilfsaufruf an Geberländer

Angesichts des blutigen Konflikts in Libyen mit Zehntausenden Flüchtlingen haben die Vereinten Nationen einen internationalen Spendenaufruf in Höhe von 160 Millionen Dollar (114 Mio. Euro) gestartet. Die Hilfe in Form von Zelten, Nahrungsmitteln, Wasser, Transportmöglichkeiten und sanitären Anlagen soll in den kommenden drei Monaten bis zu eine Million Menschen erreichen, so UNO-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos am Montag in Genf.

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Es sei mit bis zu 400.000 Flüchtlingen zu rechnen, einschließlich der bereits geflohenen 200.000 Menschen. Weitere 600.000 Menschen könnten in Libyen selbst auf Hilfe angewiesen sein. „Ich hoffe, dieser Hilfsaufruf wird bei den Geberstaaten eine positive Antwort erhalten, damit wir den Bedürftigen weiterhin helfen können“, sagte Amos. Der Spendenaufruf soll in zwei Wochen auf den neuesten Stand gebracht werden.

Zehntausende Menschen, die meisten von ihnen Gastarbeiter, sind in den vergangenen Wochen vor der Gewalt in Libyen geflohen. Allein in Tunesien strandeten in den vergangenen zwei Wochen geschätzte 100.000 Menschen. Während viele von ihnen in ihre Heimatländer zurückkehren konnten, bleiben Tausende in Notlagern untergebracht. Die Vereinten Nationen sorgen sich zudem um die Menschen, die Libyen nicht verlassen konnten und dort bei den Kämpfen zwischen Truppen von Machthaber Muammar al-Gaddafi und Rebellen zwischen die Fronten geraten könnten.

EU: Kapazität für 22 Lager

Aus Libyen müssen nach Angaben der EU-Kommission noch 80 Europäer fortgebracht werden. Wie ein Sprecher der Kommission am Montag in Brüssel mitteilte, werde das „in den nächsten Tagen oder Stunden“ passieren. Was die Flüchtlingszahlen betrifft, wurde die Zahl der UNO bestätigt und darauf verwiesen, dass rund 200.000 Personen Richtung Tunesien oder Ägypten geflohen seien. 60.000 Menschen hätten dabei über Transitcamps betreut werden können. Eine der wesentlichen Aufgaben bestehe derzeit darin, diesen Menschen Unterstützung zu geben, um in ihre Heimatländer gelangen zu können.

Derzeit gebe es Kapazitäten für 22 solcher Lager. Der Sprecher betonte, dass sich die ursprünglich vorgesehene humanitäre Hilfe innerhalb von nur einer Woche praktisch verzehnfacht habe. Derzeit würden 30 Millionen Euro der Kommission aufgebracht. Wesentlich sei auch, den Menschen den Zugang zur humanitären Hilfe gewähren zu können. Um Evakuierungen zu ermöglichen, seien auch 15 Flugzeuge und fünf Schiffe im Rahmen des gestarteten Hilfsmechanismus der EU unterwegs.

Flüchtlingsansturm auf Lampedusa

1.000 Flüchtlinge aus Nordafrika erreichten seit Sonntagabend die italienische Mittelmeer-Insel Lampedusa. In wenigen Stunden wurden elf Boote mit Dutzenden Menschen an Bord in Sicherheit gebracht. Auf einem Boot befanden sich allein 187 Personen. Im Auffanglager der Insel befinden sich zurzeit 1.300 Flüchtlinge. Dabei wurde das Lager für maximal 800 Personen errichtet.

Ende Februar war der Flüchtlingsstrom von Tunesien nach Italien wegen schlechten Wetters vorübergehend abgerissen. Zuvor hatten rund 6.000 Bootsflüchtlinge die Insel erreicht. Die italienische Regierung bat wegen der vielen Flüchtlinge die EU um Hilfe.

Inzwischen bekommen die italienischen Behörden Unterstützung von der EU-Grenzschutzagentur Frontex. Italien will in Kürze ein Lager zur Unterstützung der Flüchtlinge in Tunesien unweit der libyschen Grenze errichten. Italien will auch Massenabfahrten von Migranten von der tunesischen Küste abwenden. „Wir wollen die Flüchtlinge mit Lebensmitteln und Medikamenten versorgen“, berichtete der italienische Außenminister Franco Frattini.

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