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Lanzarote statt Luxor

Die anhaltenden Berichte über Gewalt und Chaos in Ägypten wirken sich zunehmend negativ auf den Tourismus aus. Zwar ist es in den Tourismuszentren am Roten Meer vergleichsweise ruhig, doch viele Gäste buchen ihre Reisen um oder verlassen vorzeitig das Land.

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Einer der größten Reiseveranstalter, TUI Travel, fürchtet Millionenverluste wegen der Unruhen in Ägypten und in Tunesien. Die Einbußen könnten sich auf bis zu 30 Millionen Pfund (35 Mio. Euro) belaufen, warnte am Donnerstag TUI-Travel-Chef Peter Long bei Vorlage der Quartalszahlen in London. Er beteuerte, dass die Sicherheit der Kunden an erster Stelle stehe. TUI Travel beobachte die Lage dort sehr genau.

Umbuchungen auf die Kanaren

Erste Anzeichen würden darauf hindeuten, dass die Kunden umbuchten, sagte Long. Das Unternehmen werde seine Angebote deshalb entsprechend neu zusammenstellen. Viele Flüge würden von Ägypten auf die kanarischen Inseln wie Lanzarote und Gran Canaria oder in die Türkei verlagert. Dorthin sollten 50.000 Flugsitze mehr angeboten werden, um Engpässe zu vermeiden.

Langfristig rechnet Michael Frenzel, Chef von TUI Deutschland, nicht mit Einbußen. „Die Anziehungskraft von Abu Simbel, Giseh, Karnak und dem Tal der Könige ist stärker als die Bilder kurzfristiger politischer Aufstände“, schrieb er in einem Gastbeitrag für das „Handelsblatt“.

Briten verstärken Werbung

Anders die Situation bei den britischen Reiseanbietern. Dort wurde trotz der politischen Unruhen die Werbung für die ägyptischen Badeorte am Roten Meer noch verstärkt. „Ägypten bietet alles für einen wunderbaren Last-Minute-Urlaub“, warb Thomas Cook auf seiner Website für die Badeorte am Roten Meer. Der Betrieb an den Küstenorten gehe wie gewohnt weiter, sagte eine Sprecherin. Zugleich sagte der Reiseanbieter aber seine Flüge zu den historischen Stätten in Kairo und Luxor ab. Laut der Website ist die Nachfrage groß.

Evakuierungen werden fortgesetzt

Die meisten österreichischen Reiseveranstalter sagten alle Reisen nach Ägypten bis Mitte Februar ab. Geflogen wird derzeit vor allem, um Touristen zurückzuholen. Neben den Linienflügen setzte das österreichische Bundesheer am Mittwoch wieder die Transportmaschine Hercules C-130 ein, um Touristen aus Luxor nach Wien zu fliegen.

Auch in Kairo warten immer noch etwa 120 Österreicher auf ihre Ausreise in die Heimat. Für sie organisiert das Außenamt Plätze für Linienflüge. Sollte das nicht reichen, könnte eine weitere Sondermaschine der AUA gechartert werden, erklärte Außenamtssprecher Peter Launksy-Tieffenthal gegenüber der APA am Mittwoch. Das österreichische Außenministerium hatte vergangenen Freitag eine Reisewarnung für das ganze Land erlassen.

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