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„Attraktive Angebote“ sollen Lehrer locken

Auch wenn die Pensionierungswelle bei Lehrern erst 2012 startet, gibt es schon jetzt in bestimmten Fächern und Schultypen einen Personalengpass. Durch den Ausbau der Neuen Mittelschule (NMS) wird der Bedarf weiter steigen. Aus Sicht von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) ist die schrittweise Umstellung von Hauptschulen zu NMS trotz eines „punktuellen Lehrermangels“ dennoch „zu schaffen“.

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Es handle sich um eine „Übergangsphase“, so Schmied Ende Jänner im Gespräch mit der APA. Diese soll etwa zwei Jahre dauern, „eine Zeit, in der es gilt, ein Bündel von Maßnahmen zu setzen“.

Bedarf an AHS-Lehrern steigt mit NMS

Während die Personalsituation an den Pflichtschulen laut Unterrichtsministerium prinzipiell „sehr gut“ aussieht, gibt es an den AHS in einzelnen Fächern regional Personalmangel. Gerade der Bedarf an AHS-Lehrern steigt jedoch mit der NMS, da hier die Kooperation von Hauptschulen, die das Gros der NMS ausmachen, mit Gymnasien Pflichtteil des Modells ist.

In Hauptfächern werden an der NMS jeweils zwei Lehrer gemeinsam unterrichten. Der Ausbau der Ganztagsschulen und die kleineren Klassen im Pflichtschulbereich steigern den Personalbedarf ganz allgemein noch zusätzlich.

Bayern und Schweiz werben Lehrer ab

Unter anderem soll der Mehrbedarf an (AHS-)Lehrern durch Überstunden gedeckt werden, so die Ministerin. Derzeit würden außerdem „sehr viele junge AHS-Lehrer“ ihre Arbeit beginnen, in deren Dienstverträgen ein temporärer Einsatz in der NMS verankert werden könne. Zusätzlich sollen jene vielen Lehrer, die teilzeitbeschäftigt sind, motiviert werden, ihre Stundenanzahl aufzustocken. Und es sollen „attraktive Angebote“ für ausgebildete Lehrer gefunden werden, die derzeit in anderen Berufen arbeiten.

Gleichzeitig müsse die Arbeit an einem neuen Dienst- und Besoldungsrecht und einer neuen Lehrerausbildung vorangetrieben werden, betonte die Ministerin. Österreich bekomme zunehmend Konkurrenz aus Bayern und der Schweiz, wo es attraktivere Einstiegsgehälter gibt. „In Oberösterreich und Vorarlberg werden auch schon Lehrer abgeworben.“

Zeitplan „nicht gefährdet“

Trotz dieser Widrigkeiten ist aus Schmieds Sicht der angepeilte Zeitrahmen für den Endausbau der NMS nicht gefährdet - auch wenn sie betont, dass die Qualität wichtiger sei als die Geschwindigkeit: „Wenn alles gut klappt, die Standorte und die Lehrer gut vorbereitet sind, ist es realistisch, dass im Schuljahr 2015/16 zumindest einmal alle Hauptschulstandorte auf den Status und die Qualität der Neuen Mittelschule umgestellt haben. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf: Es sind natürlich auch die AHS-Standorte herzlich eingeladen.“

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