Themenüberblick

„Bin kein Ökofreak“

In wenigen Tagen muss Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger sein Amt an seinen Nachfolger abgeben. Im Jänner übernimmt Jerry Brown die Amtsgeschäfte. Was der frühere Actionheld tun wird, ist noch offen. Zuletzt wurde er nicht müde, sein Engagement für den Klimaschutz und die Vorreiterrolle Kaliforniens dabei in den Vordergrund zu rücken. Das könnte ihn auch näher an das Weiße Haus bringen.

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Bis jetzt habe er noch keine Zeit gehabt, über seine nächsten Schritte nachzudenken, sagte der Ex-Gouverneur und Republikaner gegenüber der „Los Angeles Times“: „Es gibt keine Eile.“ Auf die Frage, ob er einen Posten in der Regierung des demokratischen US-Präsidenten Barack Obama in Erwägung ziehe, antwortete er mit Ja und verwies auf seine Fähigkeiten im Umweltbereich und seine Internationalität aufgrund seiner zahlreichen Reisen.

Arnold Schwarzenegger

Reuters//Mario Anzuoni

Schwarzenegger bastelt an einer Karriere nach seinem Gouverneursamt.

Obwohl er zuvor auch Filmdrehs und das Schreiben von Büchern als mögliche Option nach dem Ende seiner Gouverneurskarriere nannte, betonte er nun gegenüber der „LA Times“, dass er weiter im politischen Feld mitmischen wolle, wo er auch Einfluss „mit der Kraft meiner Berühmtheit und auch mit meinem Wissen und meiner Erfahrung“ ausüben könne.

Auszeichnung für Umweltengagement

Der Umweltschutz ist einer der wenigen Bereiche, wo Schwarzenegger während seiner Amtszeit wirklich punkten konnte. Im Herbst stimmten die Kalifornier gegen die „Proposition 23“ und damit für die Beibehaltung des strikten Klimaschutzgesetzes. Die „Proposition“ sollte das von Schwarzenegger 2006 unterzeichnete Gesetz zur Reduzierung von Treibhausgasen vorerst aussetzen. Das Votum dagegen galt als Sieg für Schwarzenegger und als Absage an große Ölunternehmen, die den Volksentscheid mit Millionenspenden finanziert hatten.

Als Belohnung wurde Schwarzenegger von einem US-Entwickler und Betreiber großer Solar- und Windkraftanlagen zum „Green Governor of the Year“ gekürt - wegen „wegweisender Errungenschaften bei der Reduzierung der Treibhausgase und im Kampf gegen Klimaveränderung“. Mitte November war der Noch-Gouverneur an der Gründung eines neuen Klimabündnisses zur Förderung privater Investitionen im Einsatz gegen die globale Erwärmung dabei. Die Organisation R20 vereint rund 20 regionale politische Führer aus Afrika, Asien, Europa, Nord- und Südamerika.

Republikaner und Demokraten zusammenbringen

Diesen Zugang zur Energie- und Klimapolitik wolle er auch in Washington nach seinem Abtreten in Kalifornien vorantreiben, so Schwarzenegger. In seiner Eigenschaft als Republikaner will er dabei eine verbindende Rolle zu den Demokraten spielen, damit beide Seiten einer neuen Energiepolitik zustimmen könnten, die die Abhängigkeit von ausländischem Öl reduziert. Die Menschen seien empfänglich, wenn er über diese Themen spreche, denn „ich bin ein Hummer-Fahrer und kein Ökofreak“, unterstrich Schwarzenegger seine Glaubwürdigkeit.

Auch im Gespräch mit der „Presse“ vor wenigen Tagen forderte Schwarzenegger Washington auf, dem Beispiel Kaliforniens zu folgen: „Die Regierung macht hier einen großartigen Job (mit Obamas Konjunkturpaket für grüne Technologie, Anm.). Was wir aber tun sollten, ist, Republikaner und Demokraten im Kongress zusammenbringen, um Umweltgesetze durchzubringen und Jobs zu schaffen.“

Nächster Präsident?

Offen ist, was Obama zu Schwarzeneggers Vorstellungen sagt. Ob Schwarzenegger auch das Amt des amerikanischen Präsidenten übernehmen kann, ist mehr als fraglich. Nach seinem großen Sieg 2003 galt er als ein Anwärter auf den Posten des US-Präsidenten. Allerdings müsste man dann die amerikanische Verfassung ändern, da im Ausland Geborenen eine Kandidatur verwehrt ist. Derzeit steht das US-Präsidentenamt für ihn zwar nicht zur Debatte. Bis zur nächsten Präsidentenwahl 2012 ist aber auch noch etwas Zeit.

Links: