Geld über verdeckten Fonds?
Die Vermögensverhältnisse des ehemaligen kroatischen Ministerpräsidenten Ivo Sanader geben der kroatischen Öffentlichkeit Rätsel auf, obwohl Sanader, der erst seit Ende Oktober wieder Parlamentsabgeordneter ist, sein Eigentum gegenüber dem Parlament (Sabor) offengelegt hat. Seine Uhren und seine Kunstsammlung gab er laut Medienberichten aber nicht an.
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Eine Offenlegung ist jedoch Pflicht in Kroatien. Sanader wird in der kroatischen Öffentlichkeit ein Hang zu Luxusgütern nachgesagt. In den 16 Monaten, seit Sanader als Ministerpräsident zurückgetreten ist, vermehrten sich offenbar seine Ersparnisse. Auch sei er Miteigentümer von drei Firmen geworden, berichteten kroatische Medien.
Der Politiker listete demnach zwei Wohnungen in Zagreb und Split, gespartes und geerbtes Geld sowie ein Weingut auf, das seiner Frau Mirjana gehört. Sanader habe auch zwei Autos angegeben, einen Renault Baujahr 1967 und einen Mercedes Baujahr 1999.
Firma in Tirol
Zu den neuen Firmen gehört auch jene, die Sanader diesen Sommer in Innsbruck gegründet hat, Prima Consulting. Sanader ist 95-Prozent-Eigentümer. Laut Zeitung „Vecernji list“ hat Sanader nach seinem Rücktritt vergangenes Jahr außerdem eine Firma „Alia Savjetovanje“ (Alia Beratung) gegründet und eine Geschäftsfläche im Zentrum von Zagreb um 900.000 Euro erworben.
Laut eigenen Angaben nahm er dafür einen Kredit auf, Schulden führte er in der Darlegung seiner Vermögensverhältnisse allerdings keine an. Nun fragt die Zeitung, woher Sanader das Geld haben könnte.
Teurer BMW wieder verkauft
Die Medien spekulieren, dass sich Sanader aus einem „schwarzen Fonds“ der Regierungspartei HDZ (Kroatische Demokratische Gemeinschaft), aus der er ausgeschlossen wurde, bedient haben könnte. Mit dem Geld kaufte die Partei laut „Vecernji list“ 2008 einen BMW im Wert von 4,2 Millionen Kuna (566.610 Euro). Das Auto sei dann wieder verkauft worden - wohl deswegen, weil ein so teures Auto in der Wirtschaftskrise nicht positiv aufgenommen worden wäre.
Bei einer Parlamentssitzung vor wenigen Wochen sagte ein HDZ-Mandatar auf Anfrage der Liberalen Partei (HNS), dass das Geld aus dem Verkaufserlös des BMW nicht auf das HDZ-Konto eingezahlt wurde. Eine anonyme Quelle sagte „Vecernji list“, folglich müssten sowohl der Kauf als auch der Verkauf über den verdeckten Fonds abgewickelt worden sein. Das Geld für den Fonds kam Medienberichten zufolge von staatlichen Unternehmen.
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