Hundert Verdächtige festgenommen
In Italien hat die Polizei Mitte November zwei der größten Drogenhändlerringe des Landes zerschlagen. Im Rahmen einer großangelegten Razzia wurden mehr als hundert Verdächtige festgenommen. Aufgedeckt wurde dabei auch eine Organisation mit Balkan-Verbindungen, deren Spitze hauptsächlich aus Serben und Slowenen bestand, berichteten italienische Medien.
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.
Die Organisation soll zwischen 2007 und 2009 beträchtliche Mengen Kokain vom Balkan nach Italien importiert haben. Die Ermittlungen wurden in Kooperation mit der Polizei in Belgrad und Ljubljana geführt, mehr als 300 Beamte waren daran beteiligt, wie der italienische TV-Sender Sky TG 24 berichtete. Ein weiterer in der Lombardei und Ligurien aktiver Drogenring wurde ebenfalls zerschlagen.
Bekannter Drogendealer geschnappt
Der Exekutive in Montenegro ging aufgrund eines internationalen Haftbefehls der italienischen Behörden auch der bekannte Drogendealer Dusko Saric ins Netz. Er ist der Bruder des Drogenbosses Darko Saric, der seit Jahren von den Belgrader Behörden gesucht wird. Dusko Saric wurde in Pljevlja im Norden Montenegros festgenommen. Erst kürzlich hatten Italien und Montenegro ein Abkommen zur Bekämpfung des organisierten Verbrechens abgeschlossen.
Der zweite Drogenring war vor allem in Norditalien aktiv - unter anderem in den Provinzen von Mailand, Como, Varese, Turin und Genua. Die Mafiosi hätten vor allem mit Kokain gehandelt, hieß es. Der Schlag war das Ergebnis zweijähriger Ermittlungen.
Größter Kokainfund der letzten 15 Jahre
Nur einen Tag vor dem Zugriff der Beamten gelang den Drogenfahnder noch ein weiterer Schlag gegen den organisierten Drogenschmuggel. Im Hafen der kalabresischen Stadt Gioia Tauro wurde ein Containerschiff, auf dem eine Tonne reines Kokain im Gesamtwert von 250 Millionen Euro gefunden wurde, beschlagnahmt. Es handelt sich um eine der größten Mengen Kokain, die in den vergangenen 15 Jahren in Italien konfisziert worden sind, teilte die Polizei mit. Das Schiff kam aus Brasilien.
Keine Verhaftungen
Das Kokain war in Landwirtschaftsmaschinen versteckt, die das Schiff transportierte, und war für den italienischen und den nordeuropäischen Markt bestimmt. „Wir haben Verdacht geschöpft, als wir festgestellt haben, dass die brasilianische Besatzung des Schiffs Dokumente hatte, die nicht in Ordnung waren“, berichtete der Carabinieri-Kommandant Salvatore Cagnazzo, der die Ermittlungen geführt hatte. Bisher wurde im Rahmen der Operation niemand festgenommen.
Links: