Pakete auch in Deutschland entdeckt
Ermittler in der Schweiz und Deutschland rätseln über seltsame Drogenlieferungen. Allein in der Schweiz wurden drei fehlgeleitete Kokainsendungen mit einem Gesamtgewicht von hundert Kilogramm entdeckt. Die Päckchen waren in Bananenkisten versteckt und dürften versehentlich in die Schweiz geliefert worden sein. Eine weitere Kokainlieferung wurde am Freitag in Deutschland entdeckt.
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Der größte Fund wurde am Dienstag im Kanton Bern entdeckt, wie die Schweizer Polizei mitteilte. Ein Mitarbeiter des Gemüse- und Obstlieferanten Steffen-Ris entdeckte bei der Kontrolle der Bananen aus Südamerika verdächtige grüne Päckchen auf dem Boden der Kiste. Wie sich herausstellte, befanden sich unter den Früchten versteckt 70 Kilogramm reines Kokain.
Unliebsame Lieferung aus Kolumbien
Zusammen mit zwei weiteren Sendungen, zehn Kilogramm in Oberthurgau und 20 Kilogramm in Landquart, wurden innerhalb weniger Tage 100 Kilogramm Kokain offenbar an die falschen Adressaten verschickt. Laut dem Geschäftsführer von Steffen-Ris, Thomas Steffen, kam seine Sendung via Antwerpen aus Kolumbien. Teile der Lieferung waren bereits an Kunden weitergeleitet worden. Auch in diesen Kisten wurden später Kokainpakete gefunden.

Kantonspolizei Bern
Die Berner Polizei präsentiert den Fund auf ihrer Website.
Kokain im Wert von 1,2 Mio. Euro
Noch wissen man nicht, für wen die Lieferung bestimmt gewesen war, sagte die Sprecherin der Kantonspolizei Bern, Ursula Stauffer, gegenüber der Website 20 Minuten Online. Der Gesamtwert der Drogen beläuft sich auf rund 1,5 Mio. Franken (1,2 Mio. Euro). Der Verkaufswert kann noch nicht geschätzt werden, da der genaue Reinheitsgrad des Kokains noch nicht feststeht. Doch es dürfte sich um Kokain von hoher Qualität handeln.
Päckchen in Deutschland aufgetaucht
Während die Schweizer Polizei noch über die mysteriösen Fehllieferungen rätselt, wurde am Freitag ein weiterer Fall aus Deutschland bekannt. Beim Umpacken einer Bananenkiste in einem Supermarktlager in Sachsen-Anhalt tauchten acht Kokainpäckchen auf. Nach Angaben des Landeskriminalamts (LKA) in Magdeburg stammten die Bananen ebenfalls aus Kolumbien und sollten von dem Lager aus in mehrere Bundesländer versandt werden.
Wie auch die Schweizer Lieferungen kam der deutsche Drogenfund via Niederlande ins Land. Das Land gilt als eines der wichtigsten Eintrittstore für Kokain nach Europa. Laut der britischen Drogenforschungsgruppe DrugScope kommen nahezu zwei Drittel aller europäischen Kokainbeschlagnahmungen via Spanien und Niederlande in die EU.
Kokain in spanischer Lidl-Filiale
Schon Anfang des Jahres gab es in Spanien einen ähnlichen Fall. Damals hatten Mitarbeiter einer Madrider Lidl-Filiale beim Auspacken der Bananenkisten Päckchen mit Rauschgift gefunden. Als die Polizei daraufhin weitere Filialen des Diskonters mit Spürhunden durchsuchte, fand sie insgesamt 25 Kokainpäckchen. Wie bei dem aktuellen Fall dürften die Kisten an den falschen Adressaten geliefert worden sein, doch damals kam die Fracht nicht aus Kolumbien, sondern wurde von der Elfenbeinküste eingeschifft.
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