Themenüberblick

„No kangaroos in Austria“

Die Südkoreaner sind sich offenbar sicher gewesen, dass die australische Premierministerin Julia Gillard Dirndl trägt. Die Stadtverwaltung von Seoul hatte sich für die Begrüßung der Staats- und Regierungschefs beim Gipfel der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländern (G-20) etwas Besonderes einfallen lassen.

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

In der Innenstadt von Seoul wurden Pappfiguren der Gipfelteilnehmer aufgestellt - mit den Nationalfahnen in der Hand und in traditioneller Kleidung. „Austria“ oder „Australia“: kleiner Unterschied, große Wirkung. Denn der australischen Premierministerin wurde die österreichische Tracht auf den Leib geschneidert, während sie gleichzeitig eine australische Fahne in der Hand hielt.

„Wie beim Jodelwettbewerb“

Der rot-weiß-rote Dirndl kam in Canberra nicht gut an. Wie australische Medien berichteten, beschwerte sich die australische Delegation am Donnerstag. Die „Australian Times“ schrieb, die Premierministerin sei gekleidet gewesen, „als ob sie an einem Jodelwettbewerb teilnehmen wollte“. Der Fauxpas ist umso peinlicher, als Österreich gar nicht zu den eingeladenen G-20-Gästen gehört.

Bush tappte in „Austria“-Falle

Die Südkoreaner sind nicht die Einzigen, welche die beiden Länder verwechseln. Nicht umsonst lässt sich der Spruch „No kangaroos in Austria“ (Keine Känguruhs in Österreich) mit dem bekannten australischen Verkehrsschild auf T-Shirts & Co. von der österreichischen Tourismusindustrie weiter gut vermarkten. Erst vor drei Jahren sprach der ehemalige US-Präsident George W. Bush von „Austria“, als er an einer internationalen Konferenz in Sydney teilnahm.

Ärgern musste sich aber schon der spätere österreichische Formel-1-Weltmeister Jochen Rindt in den 60er Jahren, als nach einem seiner Siege in einer britischen Zeitung mit der Schlagzeile „Young Australian driver wins race“ („Junger australischer Fahrer gewinnt das Rennen“) über ihn berichtet wurde.

Links: