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Neuer Parlamentschef Boehner

Demokraten beschimpfen ihn als Nein-Sager, Konservative zollen ihm Respekt für seine Blockadehaltung gegenüber US-Präsident Barack Obama: Als voraussichtlicher Präsident im Abgeordnetenhaus wird der Republikaner John Boehner zu einem der mächtigsten Politiker in den USA.

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Der Fraktionsvorsitzende der Republikaner im US-Abgeordnetenhaus ist stets braun gebrannt, edel gekleidet und fast immer mit einer Zigarette in der Hand zu sehen. Und wenn er nicht gerade über Politik spricht, dann am liebsten über Golf. Doch die joviale Fassade täuscht. Boehner gilt in den USA als einer der fleißigsten und geradlinigsten Konservativen des Landes.

Spätestens mit dem voraussichtlichen Sieg seiner Partei bei den Kongresswahlen wird er auch zu einem der einflussreichsten. Es ist nahezu sicher, dass Boehner nach der Wahl zum Präsidenten des Abgeordnetenhaus gekürt wird und damit die Demokratin Nancy Pelosi ablöst. Das macht ihn zum drittmächtigsten Mann im Staat nach Präsident Obama und dessen Vize Joseph Biden.

Politisches Urgestein

Der 60-Jährige ist seit fast zwei Jahrzehnten für die Republikaner im Repräsentantenhaus - und war 2006 auch schon deren Mehrheitsführer. Als die Demokraten im November 2006 die große Kongresskammer übernahmen, musste Boehner jedoch nach wenigen Monaten in die Opposition weichen.

Bereits drei Jahre nach seinem Einzug ins Parlament stieg er 1994 zum Adjutanten des schillernden Mehrheitsführers Newt Gingrich auf und gehörte damit zu den wichtigsten Protagonisten der Republikaner. Doch als Gingrich nach einer Wahlschlappe 1998 gehen musste, verlor auch Boehner den Rückhalt in der Partei. Für den erfolgsverwöhnten Politiker ein ungewohnter Karriereknick.

In Partei zurückgekämpft

Es dauerte lange, bis sich Boehner zurück ins republikanische Establishment gekämpft hatte. Es gelang ihm, sich als Spendensammler einen Namen zu machen. Respekt verschaffte er sich bei den konservativen Kollegen zudem mit seinem kompromisslosen Blockadestil gegen die Demokraten. Sein schallendes „Hell, no!“ (Zur Hölle, nein!) bei einer Debatte über die Gesundheitsreform im März tönt Obama vermutlich noch heute in den Ohren. Boehner gilt jetzt als härtester Widersacher des Präsidenten.

Boehner ist seit fast vier Jahrzehnten verheiratet. Zusammen mit seiner Frau Debbie hat er zwei Töchter. Vor seinem Gang in die Politik hatte er sich als Sohn eines demokratischen Lokalwirts im Arbeiterstadtteil von Cincinnati nach oben gearbeitet. Als Betreiber einer Verpackungsfirma verdiente er Millionen.

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