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Populär auch bei Republikanern

Angesichts düsterster Prognosen für die kommenden Midterm-Elections setzen die US-Demokraten all ihre Hoffnungen auf Bill Clinton. Der frühere US-Präsident sprintet derzeit durch die USA, um seiner Partei vor der Kongresswahl den Rücken zu stärken.

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Clinton tut das in einem Tempo, mit dem kaum jemand mithalten kann. Von Ost nach West, von Süd nach Nord, von der Morgendämmerung bis spät in die Nacht: Parteifreunde haben ausgerechnet, dass Clinton ungefähr 100 Wahlkampfauftritte absolviert haben wird, wenn am 2. November die Wahllokale öffnen.

Der „Polarstern“ der Demokraten

Wo sich Clinton blicken lässt, tauchen die Menschen in Scharen auf. Sie füllen Sportarenen oder Flugzeughallen zu Tausenden - ein wahrer Magnet, wie die „Washington Post“ schrieb. Sie nannte ihn den meistgefragten „Kurier“ der Demokraten - stärker gefragt als Präsident Barack Obama, so sehr gefragt, dass sein Mitarbeiterstab in Anfragen ertrinke.

„Wenn es jemals Zweifel gegeben hat, dass Clinton der Polarstern der Demokratischen Partei bleibt, dann sind sie in den vergangenen Wochen ausradiert worden“, stellte die Zeitung weiter fest. Nach ihren Angaben hat sich Clinton im Zeitraum von 14 Tagen gerade einmal einen Tag freigenommen, mehr gönnte er sich nicht.

Alte Animositäten vergessen?

Offensichtlich vergessen sind die Animositäten zwischen Obama und Clinton aus der Zeit, als der Ex-Präsident noch heftig für die Präsidentschaftskandidatur seiner Frau die Werbetrommel rührte. Darüber, dass Clinton Obama damals als „Märchenerzähler“ titulierte und Obama sich mit dem Kommentar revanchierte, er wisse gar nicht, wer der Eheleute nun Präsident werden wolle, wird heute nicht mehr gesprochen.

Das hat einen simplen Grund: Der ehemalige Präsident gehört Umfragen zufolge zu den beliebtesten politischen Persönlichkeiten in den USA und erfreut sich auch wachsender Popularität bei Republikanern. Clinton wird bei vielen Bürgern als Präsident einer Zeit verklärt, in der es die Probleme von heute noch nicht gab.

Frieden, Wohlstand und Clinton

Clintons Fans kommen etwa mit Buttons zu seinen Auftritten, auf denen steht: „Ich vermisse den Frieden, den Wohlstand und Clinton.“ Freilich heilt die Zeit dabei auch Wunden. Denn 1994, zwei Jahre nach Clintons Wahl, wählten die Bürger in beide Häuser des Kongresses eine republikanische Mehrheit.

Diesmal droht bei der Kongresswahl zumindest ein republikanischer Erdrutschsieg im Abgeordnetenhaus. Er habe kürzlich mit Obama telefoniert, sagte Clinton bei einem Auftritt in Everett (Washington). „Ich habe ihm gesagt: ‚Entspann Dich. Der einzige Grund, warum sie (die Republikaner) jetzt nett zu mir sind, ist, weil ich mich um kein Amt mehr bewerben kann.‘“

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