Plus zehn Prozent erwartet
Die steigende Nachfrage nach Luxusgütern im Zuge des Wirtschaftsaufschwungs lässt bei den Luxusmodekonzernen die Kassen klingeln. Die Krise dürfte überwunden sein, der Markt soll im Jahr 2010 um zehn Prozent wachsen. Verantwortlich dafür ist nicht zuletzt die stark gestiegene Nachfrage bei Männern.
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Der Markt für Herrenmode im Luxusbereich steigt schneller als jener für Damenbekleidung. Vor allem in Schwellenländern trieben Männer die Umsätze auf dem Markt für Luxusgüter voran, gefolgt von den Frauen, zitiert Huffington Post die US-Beratungsfirma Bain & Co. „Wir nennen das die Feminisierung der Gesellschaft“, sagte Claudia D’Arpizio von Bain & Co. „Männer sind weniger konservativ, wenn es um Mode geht, und sie surfen mehr im Internet, um ihre beliebtesten Marken und Anfertigungen zu finden“, so D’Arpizio.
22 Prozent Plus in Asien
Dass der Umsatz auf dem weltweiten Luxusartikelmarkt 2010 nach einem verlustreichen Jahr 2009 wieder kräftig anwachsen wird, liegt aber nicht nur an kauffreudigen Männern. Die größten Zuwächse werden in Asien erwartet: 22 Prozent soll dort das Plus betragen, im Gegensatz zu sechs Prozent in Europa und zwölf Prozent in den USA.
Nach oben getrieben wurden die asiatischen Zahlen durch China. Dort soll das Wachstum gar 30 Prozent betragen - Bain & Co rechnet damit, dass der chinesische Markt in den nächsten fünf Jahren zum drittgrößten Luxusmarkt weltweit wird.
„Große Überraschung sind die Chinesen“
Wie das US-Onlineportal berichtet, ist es aber vor allem der chinesische Tourismus, der über die asiatischen Grenzen hinaus den Luxusmarkt anfeuert: „Die große Überraschung der letzten paar Jahre sind die Chinesen (...). Sie sind nun in ganz Europa präsent und auch in den USA“, so D’Arpizio.
Weltweit dürfte der Markt deshalb wieder 2010 auf 173 bis 176 Milliarden Euro anschwellen und den bisherigen Spitzenwert von 170 Milliarden Euro aus dem Jahr 2007 übertreffen.
Kräftiges Plus bei Hugo Boss, Richemont und LV
Modekonzern Hugo Boss etwa baute seinen Betriebsgewinn im dritten Quartal um über 40 Prozent aus und hob daraufhin seine Prognose für das Gesamtjahr deutlich an. Auch der Schweizer Luxusgüterkonzern Richemont hat in den ersten fünf Monaten dieses Jahres dank der hohen Nachfrage nach Schmuck, Lederwaren und teuren Uhren gute Geschäfte gemacht. Der Umsatz kletterte um 37 Prozent. Als Grund nannte Richemont unter anderem starkes Wachstum in Asien und Amerika.
Auch bei Konkurrenten wie LVMH (Moet Hennessy - Louis Vuitton) und Burberry laufen die Geschäfte blendend. Die Erlöse bei LVMH stiegen von 4,1 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum auf 5,1 Milliarden Euro. Grund für die Entwicklung sei unter anderem der wieder steigende Champagnerkonsum und der weltweite Erfolg der Parfüms von Christian Dior, teilte das Unternehmen mit.
Angst vor Lieferengpässen im Weihnachtsgeschäft
Doch auch das Geschäft mit den bekannten Edelhandtaschen mit dem Louis-Vuitton-Monogramm boomt: Die Hersteller haben bereits Sorge, mit der Lieferung nicht mehr nachzukommen. Mit Blick auf das anstehende Weihnachtsgeschäft beschloss die Firma daher vor kurzem, ihre Boutiquen in Paris eine Stunde früher zu schließen.
Die Kunden lassen sich offenbar auch nicht von Preissteigerungen abschrecken: Wie Anfang Oktober bekanntwurde, sollen einige der beliebtesten Handtaschenmodelle um neun Prozent teurer werden. Zurückzuführen sei das auf stark gestiegene Rohstoffpreise, hieß es. Die Preise für Leder und Baumwolle etwa seien um 50 Prozent in die Höhe geschnellt. Eine Bestätigung des Unternehmens gab es dafür bisher nicht.
2011 wird wieder schwächer
Für das Jahr 2011 rechnet Bain & Co jedoch wieder mit einer Abschwächung: Das Wachstum werde in diesem Jahr auf drei bis fünf Prozent zurückgehen, schätzt das Beratungsunternehmen. Schuld daran sei die mutmaßlich anhaltende Schwäche des Dollars gegenüber dem Euro sowie die starken diesjährigen Verkaufszahlen.
Die Märkte reagierten auf diese Nachricht verschnupft. Bis zu gut drei Prozent büßten die Werte der Aktien von LVMH, Hermes und PPR belastet in Paris nach Bekanntwerden ein. Laut Bain wird die Branche 2011 nur um drei bis fünf Prozent zulegen.
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