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„Das meistverletzte Menschenrecht“

2009 hatte die Zahl der weltweit Hungernden erstmals die Milliardengrenze überschritten. Heute sind es noch 925 Millionen. Ein Grund zur Entwarnung ist das noch nicht, wie die Vereinten Nationen (UNO) anlässlich des Welternährungstages in Rom festhielten.

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Auch wenn die Zahl der weltweit Hungernden erstmals seit 15 Jahren rückläufig ist, gibt es weiterhin keinen Grund zum Jubel. Mit diesem Tenor läutete die UNO-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) am Freitag den Welternährungstag ein, der in diesem Jahr unter dem Motto „Vereint gegen den Hunger“ steht. „Weltweit befinden sich 30 Länder in extremer Nahrungsmittelkrise, 21 davon in Afrika“, mahnte der Direktor der FAO, Jacques Diouf. Trotz der sinkenden Zahlen gebe es daher keinen Grund zur Freude. Im Vorjahr hatte die Zahl der Hungernden auf der Erde erstmals die Milliardengrenze überstiegen.

Papst Benedikt XVI. rief am Freitag zur Solidarität unter den Völkern auf. In einer Botschaft zum Welternährungstag mahnte er, der weltweite Kampf gegen den Hunger müsse Priorität haben.

Stärkere Förderung der Landwirtschaft gefordert

Für die deutsche Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner ist das Recht auf Nahrung weltweit immer noch das am meisten verletzte Menschenrecht. Aigner trat am Rande einer Tagung des Welternährungsausschuss der FAO für eine stärkere Förderung der Landwirtschaft und der ländlichen Entwicklung ein. "Ein gesicherter Zugang zu Land und Grundnahrungsmitteln ist ein Schlüsselfaktor im Kampf gegen Hunger und Unterernährung", sagte die Ministerin.

Dabei seien nicht nur Investitionen von außen, sondern oft auch die Regierungen an Ort und Stelle gefragt. Zwei Drittel der Hungernden lebten in sieben Ländern, zu denen auch große Schwellenländer wie etwa Indien zählten. „Einige davon könnten die Notleidenden in ihrem Land durchaus mit eigenem Kapital stärker unterstützen.“

Kritik an „Landgrabbing“ durch Investoren

Zum Problem des „Landgrabbing“ durch Investoren, das die Hilfs- und Entwicklungsorganisation Oxfam als ein zentrales Thema benannt hatte, erklärte Aigner: „Grundsätzlich sind private Investitionen für die Ernährungssicherheit wichtig, aber es kann und darf nicht sein, dass diese auf Kosten der Bevölkerung gehen.“ Ähnlich äußerte sich der deutsche Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) in einem Interview mit der Tageszeitung „Die Welt“ (Samstag-Ausgabe).

„Es hilft einem Entwicklungsland, wenn neue Technologien eingeführt werden und die Produktivität steigt, aber es muss Spielregeln dafür geben“, sagte Niebel. Das „Landgrabbing“ müsse verhindert werden auch mit Hilfe der Regierungen. Darüber hinaus kritisierte der Minister die internationale Spekulation mit Lebensmitteln und plädierte für einen verstärkten Abbau der Subventionspolitik.

Laut Oxfam wurden allein in den vergangenen zwei Jahren 45 Millionen Hektar in armen Ländern aufgekauft. Das entspreche etwa der Größe Schwedens. Derzeit gibt es Investitionen in erheblichem Umfang sowohl aus Industrie- als auch Schwellenländern in Ländern des Südens.

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