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Auch Bestechungsgelder von CIA

Hamid Karzai kann noch so lange über die Mühen im Kampf gegen die Korruption reden. Handfeste Erfolge kann der afghanische Präsident kaum vorweisen. Das Land kann sich aus dem Sog der Korruption nicht befreien. Und im Zentrum der Vorwürfe steht oftmals der Präsident persönlich.

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Nach Schätzungen der Vereinten Nationen kostet die Korruption das Land jährlich 2,5 Milliarden Dollar (1,92 Mrd. Euro). Transparency International führt Afghanistan nach Somalia als korruptesten Staat der Welt. Afghanische Regierungsvertreter werden beschuldigt, Geld vom US-Geheimdienst CIA angenommen zu haben.

Alle „wollen sich selbst bereichern“

Karzais Forderungen, den im Juli wegen Korruption festgenommenen Sicherheitsberater Mohammed Sia Salehi freizulassen, haben seine Glaubwürdigkeit nicht gesteigert. „Diese Regierung ist wie ein Unternehmen, in dem die Leute sich selbst bereichern wollen“, sagt der afghanische Politikexperte Wahid Moshda. Neben der schlechten Sicherheitslage gehören Korruption und Günstlingswirtschaft zu den größten Problemen des Landes. Viele Afghanen stören sich stärker an der weit verbreiteten Bestechung als an den aufständischen Taliban.

Probleme bei Bank von Karzai-Bruder

Immer wieder taucht auch Karzais Familie im Zusammenhang mit Vorwürfen auf. Jüngstes Beispiel ist die Kabulbank, die im Zentrum von Spekulationen über Unregelmäßigkeiten steht. Mahmoud Karzai, ein Bruder des Präsidenten, gehört zu den Hauptanteilseignern der größten privaten Bank im Land. Viele Afghanen machen den Staatschef für die Probleme des mittlerweile unter Aufsicht der Zentralbank gestellten Instituts verantwortlich.

Vorwürfe wegen Drogenhandels

Auch ein anderes Familienmitglied fällt negativ auf: Karzais Halbbruder Ahmad Wali Karzai, einem führenden Politiker in der Provinz Kandahar, werden Drogenhandel und Verbindungen zur CIA vorgeworfen, was er bestreitet. Kandahar ist Zentrum des Opiumhandels und eine Heimstätte der Taliban.

Karzai geht in die Offensive

Präsident Karzai wirft westlichen Medien vor, sie bliesen das Thema zu sehr auf, und der Hauptbeauftragte im Kampf gegen die Korruption, Mohammed Jasnin Usmani, verkündete als Erfolg, dass 400 korrupte Justizangestellte aus ihren Ämtern entfernt worden seien.

Doch der Westen fürchtet, dass Hilfsgelder für die Bevölkerung auch nach der Wahl in dunklen Kanälen versickern und am Ende bei den Taliban ankommen. Im Juli 2011 soll der Abzug der ausländischen Truppen beginnen. Drei Jahre später will Afghanistan selbstständig für die Sicherheit im Land sorgen.

Sayed Salahuddin, Reuters

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