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Hypotheken steigen wieder

Die Schweizer Banken haben nach Einschätzung ihres Branchenverbands das Schlimmste hinter sich. Die Folgen des verheerenden Finanzcrashs 2007 und 2008 sind aber noch zu spüren, wie der Geschäftsführer der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg), Urs Philipp Roth, am Donnerstag in Zürich sagte.

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Die Folgen der Krise zeigen sich vor allem bei der Beschäftigung: Ende 2009 hatten die Banken noch 107.500 Vollzeitstellen, 2,4 Prozent bzw. 2.576 Stellen weniger als im Vorjahr. Der Abbau geht auf die Großbanken UBS und Credit Suisse zurück, die ihr Personal um 5,9 Prozent reduzierten. Kantonal- und Raiffeisenbanken stockten ihren Mitarbeiterbestand hingegen um 2,1 bzw. 4,4 Prozent auf. Seit Anfang 2010 verzeichnet der SBVg aber wieder ein leichtes Beschäftigungswachstum im Bankensektor.

Der Geschäftserfolg der Banken stieg 2009 gegenüber dem Vorjahr um 10,8 Prozent auf 54,3 Mrd. Fr. (41,7 Mrd. Euro), doch ist das immer noch deutlich weniger als in den Erfolgsjahren 2005 bis 2007. Geholfen hat das Handelsgeschäft den Großbanken, die ihre Verluste reduzierten, wie Roth bei der Erläuterung des Bankenbarometers 2010 der SBVg vor den Medien sagte.

Anleger weiter verunsichert

Im Zinsgeschäft gingen im vergangenen Jahr die Erträge um 9,2 Prozent zurück, während sie im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft um 13,9 Prozent tiefer lagen als 2008. Die Anleger seien weiter verunsichert, sagte Roth: Die Euro-Krise und Sorgen um die US-Wirtschaft beunruhigten die Akteure noch immer. Aufgrund der Großbanken, die ihre Auslandspositionen zurückfuhren, verringerten sich die Bilanzsummen um 13,4 Prozent. Die kleineren Kantonal- und Raiffeisenbanken, traditionell stark mit Hypotheken, stockten ihre Bilanzsummen aber auf, wie der Bankenbarometer verdeutlicht.

Die Kreditvergaben stiegen um 4,2 Prozent auf etwa 880 Mio. Franken, getrieben von den Hypothekenausleihungen, die dank der tiefen Zinsen um 5,6 Prozent zunahmen. Die übrigen Kredite seien um 1,1 Prozent zurückgegangen. Laut SBVg-Direktor Roth hat es nie eine Kreditklemme gegeben. Ende 2009 verwalteten die Schweizer Banken 4,51 Billionen Franken an Vermögen, wovon ein großer Teil bei den beiden Großbanken liegt. Es sei deutlich mehr Geld als 2008, was aber auch auf bessere Börsenwerte zurückgehe, sagte Roth. Vor allem aus Nachbarländern sei aber auch Neugeld gekommen.

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