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„Diese Werbung ist skandalös“

In den USA treibt die geplante Ausstrahlung eines TV-Spots den Fast-Food-Riesen McDonald’s auf die Barrikaden. Der Grund ist nicht nur, dass darin eine Gruppe von Ärzten gegen konkrete, wie es heißt, „gesundheitsschädliche“ Produkte des Unternehmens mobilmacht, sondern das auch noch mit besonders drastischen Mitteln tut. Das Video zeigt eine Leiche mit den Resten eines Burgers in der Hand.

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Entsprechend erbost fiel die Reaktion von McDonald’s aus: „Diese Werbung ist skandalös, verlogen und unseren Kunden gegenüber unfair“, wurde die Sprecherin der US-Sparte der Fast-Food-Kette, Bridget Coffing, am Mittwoch zitiert. „McDonald’s vertraut darauf, dass seine Kunden sich von dieser haarsträubenden Propaganda distanzieren und vernünftige Entscheidungen in Sachen Ernährung und Lebensweise treffen.“

Die Gruppe hinter dem Videospot nennt sich Ärztekomitee für verantwortungsvolle Medizin (Physicians Committee for Responsible Medicine, PCRM) und will nach eigenen Worten mit der Aktion die Einwohner Washingtons für die hohe Rate an Todesfällen wegen Herzerkrankungen und die gleichsam hohe Dichte von Fast-Food-Restaurants sensibilisieren.

Gegen die „Sucht nach Big Macs“

Die 1995 gegründete Organisation, die u. a. eine vegetarische Ernährungsweise propagiert, sieht hier einen klaren Zusammenhang. Das PCRM kündigte an, dass der Spot später auch in großen US-Städten wie Chicago, Detroit, Houston und Los Angeles ausgestrahlt werden soll. Erster Sendetermin soll Donnerstagabend während der populären Satiresendung „The Daily Show“ sein.

„Die Sucht unserer Stadt nach Big Macs und anderem hoch fetthaltigem Fast Food bricht uns im wahrsten Sinn des Wortes das Herz“, so PCRM-Chefernährungswissenschaftlerin Susan Levin in einem begleitenden Statement zu dem Anti-Fast-Food-Spot. Es sei daher Zeit, das Problem „frontal anzupacken“, so Levin. „Ein Moratorium gegen Fast-Food-Restaurants könnte ein wichtiger Schritt dahin sein, diese Epidemie einzudämmen.“ McDonald’s wirft die Organisation vor, „fast keine Alternative“ zu „einer langen Liste von Produkten“ mit hohem Fett- und Salzgehalt anzubieten.

„Ich habe es geliebt“

Das knapp über 30 Sekunden dauernde Video zeigt einen männlichen Toten auf einem Tisch in einem Leichenschauhaus, daneben einen Arzt und eine weinende Frau, die den – offensichtlich zu frühen – Tod des Mannes nicht zu fassen scheint. Der übergewichtige Tote hält einen halb gegessenen Burger in der rechten Hand. Am Ende warnt eine Stimme: „Ein hoher Cholesterinspiegel, ein hoher Blutdruck, Herzinfarkt. Essen Sie heute Abend vegetarisch.“ Schlussszene: Das bekannte gelbe „M“-Logo zeichnet sich über die Füße der Leiche, und es erscheint: „I was lovin’ it“ („Ich habe es geliebt“) – eine Abwandlung des bekannten McDonald’s-Werbeslogans „I’m lovin’ it“ („Ich liebe es“).

Kritik an „Unhappy Meals“

Die Kampagne trägt den Namen „Unhappy Meals“ („Unglückliche Mahlzeiten“) – wiederum in Anlehnung an die spezielle Kinderproduktkategorie „Happy Meal“ des US-Fast-Food-Riesen. Wegen dieses Angebots hatte sich im Juni eine weitere US-Nonprofit-Organisation auf McDonald’s eingeschossen. Das Center for Science in the Public Interest (CSPI) drohte dem Konzern deshalb sogar mit Klage und verlangte, dass der Fast-Food-Konzern sein Angebot von Gratisspielzeug an Kinder einstellen solle.

Erste Verbote in den USA

Vorausgegangen waren dem erste Verbote entsprechender Aktionen in Kalifornien bzw. deren Koppelung an bestimmte Vorschriften für die beworbenen Nahrungsmittel hinsichtlich ihres Ernährungsgwerts. Das CSPI wirft Fast-Food-Ketten vor, Kinder mit Spielsachen in ihre Filialen zu locken und so einem ungesunden Ernährungsstil, Übergewicht und dessen Folgen Vorschub zu leisten.

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