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„Wiesn“ wird Sperrzone

Betonstelen, Absperrungen, Videokameras und Hunderte Polizisten - mit einem Bündel von Maßnahmen will München für Sicherheit auf dem Oktoberfest sorgen. „Wir haben uns elf Monate vorbereitet und sind froh, wenn es jetzt losgeht“, sagte der Münchner Polizeivizepräsident Robert Kopp am Dienstag.

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Rund 300 Beamte werden auf dem Festgelände unterwegs sein und bis zu 200 weitere im Umkreis. 17 Videokameras zeichnen das Geschehen auf dem größten Volksfest der Welt auf, das in diesem Jahr sein 200-jähriges Bestehen feiert und am Samstag eröffnet wird.

Es sind die strengsten Sicherheitsvorkehrungen in der Geschichte der „Wiesn“. „Die Münchner Sicherheitsbehörden sind gut vorbereitet“, sagte Kreisverwaltungsreferent Wilfried Blume-Beyerle. Eine hundertprozentige Sicherheit könne es jedoch nicht geben. „Wir haben keine konkreten Hinweise auf irgendwie geartete Anschlagsplanungen“, sagte Kopp mit Blick auf Drohungen des Terrornetzwerks Al-Kaida gegen Deutschland im vergangenen Jahr. Es gebe aber auch diesmal eine „abstrakte Gefährdungslage“.

Flugverbot über der „Wiesn“

Im Umkreis von 3,7 Kilometern herrscht zur „Wiesn“-Zeit Flugverbot. 50 Betonstelen, als Litfaßsäulen beklebt, sollen verhindern, dass mögliche Attentäter mit einem Auto auf das Gelände rasen. Drei Sperrgürtel wird es insgesamt geben, für den Verkehr sind die Straßen rund um die „Wiesn“ gesperrt, selbst Taxis können nicht direkt heranfahren.

Betonbarrieren vor den Münchner Oktoberfestgelände

AP/Matthias Schrader

Betonbarrieren vor dem Zugang zum Festgelände

Eine Überfüllung des „Wiesn“-Geländes sei kein Thema, könne aber auch nur schwer verhindert werden, sagte Blume-Beyerle mit Blick auf die Katastrophe von Duisburg. Eine mögliche Maßnahme sei es, die U-Bahn durch die Station am Oktoberfest fahren zu lassen, wenn der Bahnhof überfüllt ist. Einen Zaun um die „Wiesn“, wie früher einmal vorgeschlagen, lehnte Blume-Beyerle strikt ab. „Es gibt keine Möglichkeit - Gott sei Dank gibt es keine Möglichkeit - die ‚Wiesn‘ abzusperren.“ Ein Zaun würde nämlich auch bedeuten, dass die Menschen im Gefahrenfall nicht fliehen könnten.

Kopp warnte auch vor Schlägereien. „Wenn es nötig ist, werden wir die erhitzten Gemüter sehr schnell zum Abkühlen bringen.“ Schon jetzt seien Betretungsverbote für 57 potenzielle Gewalttäter und Taschendiebe ausgesprochen worden, und es könnten noch mehr werden. Besucher rief er auf, Dieben keine Gelegenheit zu bieten.

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