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Vor Wahlen im Norden Afghanistans

Die USA befürchten vor der Parlamentswahl in Afghanistan im September eine Zunahme von Anschlägen - und das vor allem im Einsatzgebiet der deutschen Bundeswehr im Norden.

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„Es ist gut denkbar, dass die Wahlbeteiligung dort deshalb geringer ausfällt als im vergangenen Jahr bei der Präsidentenwahl“, sagte ein ranghoher US-Vertreter am Donnerstagabend. In dem ehemals relativ friedlichen Norden hätten die radikalislamischen Taliban zuletzt gezielte Anstrengungen unternommen, sich festzusetzen, sagte der US-Vertreter, der namentlich nicht genannt werden wollte, weiter.

Am Donnerstag waren bei einem Taliban-Anschlag in Kundus acht Polizisten getötet worden. Die Extremisten verschärften ihre Gewalt vor für den 18. September angesetzten Wahl landesweit und töteten bisher mindestens drei Kandidaten. Die Bundeswehr hat derzeit rund 4.600 Soldaten im Afghanistan-Einsatz. Für die 249 Sitze im Unterhaus, der Wolesi Dschirga, bewerben sich landesweit mehr als 2.500 Kandidaten, darunter rund 400 Frauen.

Tote bei Schießerei auf NATO-Basis

Bei einer Schießerei auf einem Stützpunkt der NATO-Einsatzgruppe ISAF waren am Mittwoch vier Menschen getötet worden. Ein afghanischer Polizist habe während einer Schießübung die Waffe auf seine Ausbilder gerichtet, teilte der spanische Innenminister Alfredo Perez Rubalcaba in Madrid mit. Bei dem Schusswechsel seien zwei spanische Polizisten und ein spanischer Übersetzer getötet worden. Daraufhin sei der Täter erschossen worden. Die Taliban teilten mit, der Afghane sei ein Mitglied der Extremistengruppe gewesen.

Verletzte bei Protesten

Der Zwischenfall ereignete sich auf einem NATO-Stützpunkt im Nordwesten des Landes und löste unmittelbar Proteste von etwa 1.000 wütenden Afghanen aus. Die Demonstranten hätten versucht, den Stützpunkt in der Stadt Kalaj-e Naw zu stürmen, teilte der Gouverneur der Provinz Badghis, Dilbar Jan Arman, mit. Ein Sprecher der internationalen Schutztruppen (ISAF) bestätigte die Todesfälle und die anschließenden Proteste.

Bei den Protesten vor dem Stützpunkt kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Ein Arzt des örtlichen Krankenhauses berichtete von mindestens 18 verletzten Demonstranten, zum Teil mit Schusswunden. Einwohnern zufolge sollen die Demonstranten einen Teil des Truppengebäudes in Brand gesetzt haben.

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