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Provokanter Aktionskünstler

Mit provokanten Kunstaktionen lässt der Vorarlberger Aktionskünstler Wolfgang Flatz seit Jahren aufhorchen. Dabei geht er weder mit sich noch mit seinen für die Kunst verwendeten Gegenständen und Tieren schonend um. Im Jahr 2001 warf er unter heftigen Protesten eine tote Kuh über Berlin ab.

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Die Performance „Fleisch“ hatte nicht nur unter Tierschützern für Aufregung gesorgt. Dabei ließ Flatz den Kadaver einer Kuh aus 40 Metern Höhe in eine Baugrube im Stadtteil Prenzlauer Berg abwerfen. Beim Aufprall explodierte der mit Feuerwerkskörpern gespickte Kadaver wie ein Atompilz. Den „Umgang des Menschen mit seinem Körper und der Nahrungskette“ wollte der Vorarlberger mit dem Spektakel infrage stellen.

Helikopter mit toter Kuh an einem Seil

APA/EPA/DPA/Peter Endig

Flatz ließ eine tote Kuh abwerfen.

Er selbst baumelte während der Abwurfaktion nackt „mit den Wundmalen Christi“ an einem Baukran. Über eine Leinwand donnerten im Brachialsound Videosequenzen seiner neuesten CD. Tierschützer hatten versucht, die „Ekelaktion“ gerichtlich zu unterbinden und waren vor dem Berliner Oberverwaltungsgericht gescheitert.

Die Kunstszene ist nicht gut auf Flatz zu sprechen. Er sei ein Wüterich, Provokateur und Macho, heißt es über ihn. Ein wenig Neid schwingt zuweilen wohl mit. Immerhin schafft es der selbst ernannte Provokateur mit seinen umstrittenen Aktionen nicht nur, mediales Aufsehen zu erregen, sondern auch, Tausende Zuschauer zu fesseln. Unumwunden gibt er zu: „Die Titelseite auf der ‚Bild‘ war mir immer lieber als die im Kunstmagazin.“

Der stets kahl geschorene Künstler pflegt das Image eines Rabauken. Unter Kollegen gilt er als schwierig, in der Öffentlichkeit tritt er als Lederfetischist mit Rockergehabe auf. Seinen Namen hat er zum Markenzeichen gemacht. In großen Lettern ließ er sich „Flatz“ auf die Haut tätowieren.

Lebendiger Fußabtreter

Die Liste seiner Aktionen liest sich wie ein einziges Martyrium. In der Silvesternacht 1990 ließ sich Flatz in einer verfallenen Synagoge in Georgien als lebendiger Glockenschlägel bis zur Bewusstlosigkeit auf Blechplatten prallen. Jeder Aufprall des Körpers hallte dumpf durch das Gotteshaus. Vor dem Gepeinigten tanzte ein Paar zum Kaiserwalzer von Johann Strauß. Während einer anderen Aktion ließ sich der Künstler mit Dartpfeilen malträtieren.

Aufregung seit den 70er Jahren

Flatz wurde 1952 als Sohn eines Eisenbahnarbeiters in Dornbirn geboren. Er machte eine Lehre als Goldschmied und studierte Metalldesign. Mit seinen „autoaggressiven Performances“ sorgte er bereits Anfang der 70er Jahre für Aufruhr.

Doch Streit um seine Aktionen ist Flatz seit mehr als drei Jahrzehnten gewohnt. 1975 hatte er eine Vernissage mit einem Sack über dem Kopf besucht und war von den Gästen hinausgeprügelt worden. Im gleichen Jahr ließ er sich in einen Teppich einnähen und agierte quasi als lebendiger Fußabtreter.

Drei Stunden lang traten die Gäste auf ihn, bevor der Kunsttortur ein Ende bereitet wurde. Erst im Jänner dieses Jahres verletzte er sich bei einer Aktion in Innsbruck so lange selbst durch das Stoßen gegen Metallplatten, bis der Veranstalter die Performance beendete - mehr dazu in oesterreich.ORF.at.

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