Protest und Solidarität gegenüber „Diciotti“-Geflüchteten
Die Ankunft der „Diciotti“-Geflüchteten hat in der italienischen Stadt Rocca di Papa bei Rom Protest und Gesten der Solidarität ausgelöst. Rechtsextreme Demonstrierende hätten gestern Abend bei der vorläufigen Unterkunft der Bootsflüchtlinge den faschistischen Gruß gezeigt, berichtete die Nachrichtenagentur ANSA.
Eine Gruppe von Bürgern und Bürgerinnen habe sich mit „Welcome“-Schildern den Demonstrierenden entgegengestellt und antifaschistische Lieder gesungen. In der Nacht auf Sonntag hatten mehr als 130 Geflüchtete das italienische Küstenwachenschiff „Diciotti“ in Catania verlassen können, nachdem sie tagelang darauf ausharren mussten. Die Küstenwache hatte sie und rund 60 andere Mitte August im Mittelmeer gerettet.
Innenminister Matteo Salvini ließ die Geflüchteten erst von Bord, nachdem die katholische Kirche in Italien sowie Albanien und Irland sich bereiterklärt hatten, sie aufzunehmen. Die rund 100 Menschen, die in die Obhut der Kirche kommen, erreichten in der Nacht auf heute in Rocca di Papa das Zentrum „Mondo Migliore“. Von dort sollen sie laut ANSA auf mehrere Diözesen verteilt werden.