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Mehrverbrauch belastet auch Umwelt stark

Der tatsächliche Spritverbrauch beim Auto weicht stark von dem ab, was die Hersteller sagen. Seit 2000 zahlten Autofahrerinnen und Autofahrer allein in Österreich zusätzlich rund 3,8 Milliarden Euro. Grund dafür ist, dass der Verbrauch auf der Straße viel höher ist als bei Tests im Labor. Zu dem Ergebnis kommt eine Studie von Transport & Environment (T&E).

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„Wenn Autos beim Fahren auf der Straße deutlich mehr Sprit verbrauchen, als die Herstellerangaben versprechen, dann schadet das der Umwelt und ist für die Autofahrerinnen und Autofahrer teuer“, kommentierte die Expertin des Verkehrsclub Österreich (VCÖ), Ulla Rasmussen, die Studie. Die Abweichung des tatsächlichen Spritverbrauchs von Neuwagen hat sich hierzulande von sieben Prozent im Jahr 2000 auf jüngst 39 Prozent mehr als verfünffacht.

Europaweit 150 Mrd. Euro Mehrkosten

Der Mehrverbrauch von Diesel und Benzin beträgt seit Anfang des Jahrtausends rund 3,8 Milliarden Liter. Allein im vergangenen Jahr kostete die Österreicherinnen und Österreicher das Tanken rund 600 Mio. Euro mehr. In der gesamten EU haben Fahrerinnen und Fahrer über die Jahre 150 Mrd. Euro zu viel ausgegeben. Spitzenreiter ist mit 36 Mrd. Euro das bevölkerungsreichste Land der Union, Deutschland, gefolgt von Großbritannien und Frankreich.

Grafik zeigt die Abweichung des realen Spritverbrauchs in Europa

Grafik: APA/ORF.at; Quelle: Transport & Environment

Nicht nur für die Autofahrerinnen und Autofahrer, sondern auch für die Umwelt wird der überhöhte Verbrauch zur Belastungsprobe. Denn seit Anfang des 21. Jahrhunderts wird diese in Österreich zusätzlich mit rund sieben Millionen Tonnen klimaschädlichem CO2, das mit dem Spritverbrauch zusammenhängt, belastet. Werden die Werte aller EU-Länder zusammengerechnet, kommt man insgesamt auf rund 264 Millionen Tonnen.

Verfälschtes Bild

Grund für die stetig wachsende Kluft ist, dass bisherige Tests von Herstellern unter Idealbedingungen im Labor abliefen und somit nicht den tatsächlichen Verbrauch auf der Straße abbildeten. Autohersteller tricksten über viele Jahre hinweg bei ihren Angaben und hielten ihre Werte beim Spritverbrauch niedrig. Beispielsweise wurden zum Spritsparen die Batterien bei bisherigen Tests voll geladen oder weiteres Equipment aus dem Auto geräumt.

Um dem gegenzusteuern, werden ab dem 1. September für alle Neuzulassungen realistischere Tests nach dem WLTP-Verfahren verlangt, das das alte und oftmals kritisierte NEFZ-Verfahren ablöst. Bei beiden handelt es sich um Prüfverfahren, die die CO2-Emissionen und den Spritverbrauch eines Fahrzeugs bestimmen. Wobei der neue Test unter anderem einen veränderten Fahrzyklus sowie strengere Prüfvorgaben wie eine längere Messperiode und eine angehobene Höchstgeschwindigkeit vorsieht. Für neue Modelle gilt der WLTP-Test bereits seit dem Vorjahr.

Neue Messmethode, neue Schlupflöcher

Doch auch bei dem neuen WLTP-Verfahren werden neue Schlupflöcher geschaffen, so die Kritik des Verbands und die Sorge der EU-Kommission. Doch anders als bisher werden die Werte nicht nach unten, sondern nach oben korrigiert. Statt mit voll aufgeladener Batterie wie beim NEFZ startet ein Auto zum Beispiel mit leerem Akku. Dieser muss erst einmal aufgeladen werden - das frisst Sprit.

Dadurch bekämen die Hersteller Spielraum, auch die für 2025 geplanten Minderungsziele für CO2-Ausstoß leichter zu erreichen. „Denn die CO2-Grenzwerte für das Jahr 2025 sehen eine Reduktion der CO2-Emissionen um 15 Prozent im Vergleich zum Wert des Jahres 2021 vor. Ist der CO2-Wert von 2021 hoch, ist es für die Hersteller leichter, eine 15-Prozent-Reduktion zu erreichen“, hieß es vonseiten des VCÖ.

Dreiliterauto soll Standard sein

Um solche Schummeleien beim Testzyklus zu unterbinden, fordern der VCÖ und sein internationaler Dachverband T&E weitere Maßnahmen. Als Beispiel werden Tests in der „realen Welt“ genannt. Der VCÖ wünscht sich auch, dass das Dreiliterauto bald der Standard sein sollte. „Und zwar nicht nur auf dem Papier, sondern beim realen Verbrauch.“ Im Vergleich: Derzeit verbrauchen Autos rund sieben Liter pro 100 Kilometer.

Denn: „Je schlechter die reale Klimabilanz von Neuwagen, umso mehr zusätzliche Maßnahmen muss Österreich setzen, um das Klimaziel zu erreichen“, wies VCÖ-Expertin Rasmussen auf die Folgen des zu hohen Spritverbrauchs von Neuwagen hin.

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